Indonesische Luftwaffe entdeckt Trümmerfeld und Tote
Leichen aus vermutetem Absturzgebiet von AirAsia-Maschine geborgen

Ein sechsjähriges Mädchen heftet eine Notiz an eine Wand nahe der wartenden Angehörigen am Changi Flughafen in Singapur. An dieser Wand äußern die Menschen ihr Mitgefühl. (Bild: dpa)
 
Am Dienstagvormittag entdeckte die indonesische Luftwaffe Trümmer und Leichen in dem Bereich, in dem der Airbus vermutlich abgestürzt ist. (Bild: dpa)

Suchmannschaften haben im vermuteten Absturzgebiet der AirAsia-Maschine in Indonesien am Dienstag die ersten Leichen geborgen. Das berichtete der Sender TVOne.

Sechs Leichen seien entdeckt und drei geborgen worden, berichtete der Sender unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Zur Empörung von Rettungskräften zeigte ein Fernsehsender kurz eine im Wasser treibende Leiche.

Der Airbus A320 mit 162 Insassen war am Sonntag vom Radar verschwunden. Flug QZ8501 war auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur. Der Pilot hatte eine Gewitterfront gemeldet.

Trümmer im Meer entdeckt

Auf der Suche nach dem vermissten AirAsia-Flugzeug hatte die indonesische Luftwaffe am Dienstagvormittag ein Trümmerfeld im Meer und Leichen entdeckt. «Wir sind zu 95 Prozent sicher, dass es sich um Teile der AirAsia-Maschine handelt», sagte der Chef der Rettungskräfte, Bambang Sulistyo, am Dienstag.

Unter den gesichteten Teilen war ein mehrere Meter langes orangefarbenes Objekt, bei dem es sich um eine Notrutsche handeln könnte. Gesichtet wurde auch etwas, das einer Flugzeugtür ähnelte, ebenso mögliche Gepäckstücke, wie Fernsehsender zeigten. Mehrere Schiffe erreichten die Region, um nach Opfern zu suchen und die Objekte zur Identifizierung an Bord zu nehmen.

Angehörige entsetzt

Die Angehörigen der Insassen, die am Abflughafen im indonesischen Surabaya seit Sonntag ausgeharrt hatten, reagierten entsetzt. Viele hatten bis zuletzt auf ein Wunder gewartet. «Mein Herz ist voller Trauer für alle Familien von QZ8501», twitterte der AirAsia-Chef Tony Fernandes. Er war in Surabaya, um die Angehörigen zu trösten

Die Wrackteile wurden vor der Südküste von Borneo gefunden. Die Luftwaffe präzisierte ihre Angaben: das Trümmerfeld liegt etwa 185 Kilometer südwestlich von Pangkalan Bun. Dies sei nur 10 Kilometer von der Stelle entfernt, wo die Maschine zuletzt auf dem Radar gesehen wurde, sagte Luftwaffenkommandant Dwi Putranto.

Pilot bat um Kursänderung

Der Pilot des Airbus A320 hatte eine Gewitterfront gemeldet und um Kursänderung gebeten, bevor der Radarkontakt abbrach. Gewitter sind allerdings in dieser Jahreszeit üblich in der Region, und sie sind normalerweise keine Gefahr für Flugzeuge. Mindestens sechs weitere Maschinen waren in unmittelbarer Nähe und flogen ohne Probleme zu ihren Zielen.

Ermittler legten zudem Details der letzten Kommunikation mit dem Piloten vor. Danach bat der Kapitän um 6.12 Uhr um eine Kursänderung nach links, um einen Sturm zu umfliegen. Dies sei genehmigt worden, und die Maschine sei sieben Meilen nach links geflogen, berichtete die «Jakarta Post» unter Berufung auf den Sicherheitsdirektor der Flugsicherung «AirNav Indonesia», Wisnu Darjono.

Keine Antwort mehr

Kurz darauf habe der Pilot um Genehmigung gebeten, höher zu fliegen. «Wie hoch?», fragten die Fluglotsen nach diesen Angaben. «38 000 Fuß», seien die letzten Worte des Piloten gewesen. Dies wurde wegen hohen Verkehrsaufkommens nicht sofort genehmigt. Als die Genehmigung zu einer Steigung auf zunächst 34 000 Fuß um 6.14 Uhr übermittelt wurde, habe Flug QZ8501 nicht mehr geantwortet.