Innehalten und erinnern

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, gerät für die Angehörigen die Welt aus den Fugen. Plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war. Zeit, um in Ruhe Abschied zu nehmen und zu trauern, bleibt anfangs kaum. Häufig sind viele Formalitäten - von der Organisation der Beerdigung bis zu Behördengängen - zu erledigen, die den Alltag bestimmen.

Grablichter verleihen der Trauer Ausdruck

"Das Leben geht weiter", lautet ein aufmunternd gemeinter Satz, den Angehörige oft hören. Und das stimmt selbstverständlich. Dennoch: Innehalten und bewusst die Erinnerung an den verstorbenen Menschen zuzulassen, ist wichtig, um die Trauer zu verarbeiten.

Häufig sind es die Gedenktage wie Allerheiligen, Allerseelen oder Totensonntag, an denen man sich zum ersten mal bewusst Zeit zum stillen Zwiegespräch nimmt und zum Gedenken eine Kerze anzündet. Doch dieses tröstende Ritual ist jederzeit und überall möglich - nicht nur auf dem Friedhof.

Viele Menschen entzünden ein schönes Licht an einem gemeinsamen Lieblingsort, etwa im Garten, an einem See oder vor einem Fenster. Stilvolle Grablichter gibt es im Handel. Mit Motiven wie einer zarten Pusteblume, einer Engelsstatue oder einer Taube am Himmel sollen sie nicht nur lange leuchten, sondern mit ihrer sanften Bildsprache auch Trost spenden.

Sagen, was einem wichtig ist

Ein erleichterndes Ritual kann es auch sein, sich mit Menschen zu treffen, die in einer vergleichbaren Situation sind, zum Beispiel bei Trauercafés. Wer seine Erfahrungen nicht so gern mit anderen teilen möchte, kann seine Trauer, Sorge, aber auch schöne Erinnerungen in einem Brief oder einem Tagebuch in Worte fassen.

Auf diese Weise kann die Trauer bewältigt werden und der Schmerz des Verlusts positiven Erinnerungen weichen. So kann wieder Raum für das Gefühl entstehen, dass das Leben - wenn auch anders als zuvor - weitergeht. (djd/pt)
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