Integrativer Kindergarten St. Sebastian bekommt einen neuen Träger
Trennung sichert St. Georg

Froh, dass für den integrativen Kindergarten St. Sebastian eine Lösung gefunden wurde, sind (von links) Lebenshilfe-Vorsitzender Eduard Freisinger, Isabell Wernekke, die die Rupert-Egenberger-Schule leitet, Dekan Markus Brunner, Lebenshilfe-Geschäftsführerin Katrin Panek, Hans Paulus, Kirchenpfleger von St. Georg, und Manfred Schießl, stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe. Bild: Huber
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Deutschland und die Welt
17.11.2015
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Amberg. (san) Der integrative Kindergarten St. Sebastian bekommt zum 1. Januar einen neuen Träger: die Lebenshilfe. Die katholische Kirchenstiftung St. Georg trennt sich von der Einrichtung - und sichert damit eine andere.

"Warum St. Sebastian einen neuen Träger bekommt, hängt mit dem Kindergarten St. Georg zusammen", erklärt Dekan Markus Brunner. Im September 2003 hatte seine Pfarrei St. Georg den Kindergarten St. Sebastian von der Katholischen Waisenhausstiftung und dem Trägerverein St. Sebastian übernommen und ihn als integrative Einrichtung weitergeführt.

"Der Bedarf ist da"

Doch das Bistum Regensburg machte zur Auflage, dass innerhalb von drei Jahren der Kindergarten St. Georg geschlossen werden müsse. "Diesen gibt es seit 1923, er befindet sich in unserem Kerngebiet", sagt Dekan Markus Brunner. "Er läuft sehr gut, der Bedarf ist da." Geschlossen wurde er nicht, doch als die Generalsanierung anstand, monierte die Diözese, dass er immer noch offen sei. Er müsse dicht gemacht werden, sonst bekomme die Pfarrei keine Zuschüsse mehr, hieß es aus Regensburg. Gefunden wurde ein Kompromiss. Die Pfarrei wolle den jüngsten in ihrer Trägerschaft befindlichen Kindergarten abgeben - und das ist St. Sebastian. "Uns war wichtig, dass keiner geschlossen wird, beide laufen weiter", zeigt sich Dekan Brunner sehr zufrieden mit der Lösung. Künftig hat seine Pfarrei noch drei Einrichtungen: St. Georg, Christkönig und den Schülerhort.

"Es war ein langer Entscheidungsprozess", gesteht Eduard Freisinger, Vorsitzender der Lebenshilfe. Mit den Ausschlag gegeben habe die Tatsache, dass viele Eltern, deren Kinder die inklusive Krippe "Mittendrin" besuchen, den Wunsch geäußert hatten, dass dieses Modell fortgeführt werde. Dem könne jetzt entsprochen werden. Isabell Wernekke, die die Rupert-Egenberger-Schule der Lebenshilfe leitet, ergänzt: "Uns geht es um die Öffnung unserer gesamten Einrichtung."

Durch die Übernahme von St. Sebastian sei für alle Altersgruppen die Wahlmöglichkeit geschaffen worden. Denn für die drei Kindergarten-Jahre habe bislang eine Lücke bestanden. Im Grundschulbereich (also die ersten vier Schuljahre) laufe dies über Partnerklassen. Freisinger sprach die Entwicklung der vergangenen Jahre an, insbesondere durch neue Kindergarten-Konzepte, dass Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam erzogen werden. Alle Beteiligten betonen, dass es kein Neustart sei. "Wir bauen ja durchaus auf einigem auf", unterstreicht Wernekke.

Von den Kindern lernen

Dennoch gebe es die eine oder andere Herausforderung. Zum Beispiel diese: "Dass sich die Mitarbeiter und Eltern mit uns als neuem Träger und der Konzeption des Kindergartens identifizieren." Für Freisinger zeigt sich in Bezug auf Inklusion aber auch eines: "Je kleiner die Kinder sind, desto leichter finden Behinderte und Nichtbehinderte zusammen." Dieses unbefangene Miteinander, wie es die Kleinsten praktizieren, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Sowohl die Kinderkrippe "Mittendrin" als auch der Kindergarten St. Sebastian nehmen Anmeldungen für 2016/17 entgegen. Dies ist bis zum Freitag, 18. Dezember, möglich. Interessierte für die Krippe können sich unter 308-1500 melden. Die Nummer der neuen Lebenshilfe-Einrichtung St. Sebastian weiß Panek längst auswendig: 9 11 20.
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