Internet als Recherchequelle

"Wenn man die Serie der Rasenmäher-Diebstähle betrachtet", sagt Weidens Kripo-Chef Thomas Bauer, "kann man davon ausgehen, dass die sich im Netz die Lage der Sportvereine angeschaut haben." Von den Websites der Klubs könnten sich die Täter auch noch andere, nützliche Infos geholt haben: Trainingszeiten, Öffnungszeiten des Sportheims, technische Ausstattung.

Allein in der Oberpfalz setzte die Polizei am letzten November-Wochenende rund 500 Beamte ein, die etwa 2000 Personen und 1500 Fahrzeuge kontrollierten. Hat sich der Aufwand gelohnt? "Es ist schwer, den Effekt einzuschätzen", sagt Bauer. Neben der Feststellung einiger Kleindelikte gelang am Samstagabend der Vollzug eines Haftbefehls wegen "Diebstahls mit Waffen".

"Der Zugriff selbst war unproblematisch", vermeldet Bauer. Der 26-Jährige war um 19.30 Uhr in einem Wohngebiet unterwegs. "Wir können nur spekulieren, was er dort gemacht hat - er selbst wollte sich dazu nicht äußern." Den präventiven Faktor einzuschätzen sei schwierig. Aufgrund gestiegener Fallzahlen möchte Bauer aber auf alle Fälle am Schwerpunkt "Einbruch" festhalten: "Wir wollen regelmäßig kleinere Aktionen fahren." Bauer unterscheidet zwei Tätergruppen: planmäßig agierende Banden und Gelegenheitsdiebe, die versuchen, ihre Drogensucht zu finanzieren. Letztere sind zumindest in Weiden noch klar in der Mehrzahl. Der Vorteil: "Gegen sie reichen relativ einfache Sicherungsmaßnahmen."

Auswertungen der letzten zwei Jahre hätten gezeigt, dass die meisten Einbrüche in den dunklen Wintermonaten zwischen 16 und 22 Uhr stattfänden - bevorzugt, wenn die Bewohner noch in der Arbeit sind oder in der Vorweihnachtszeit ihre Einkäufe erledigen. (jrh)
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