Islamistenpaar in Haft, Anschlag verhindert

Sprengstoffexperten und Beamte der Spurensicherung untersuchen am Donnerstag in Oberursel vor einer Wohnung in einem Appartementkomplex Gegenstände. Bild: dpa

In letzter Minute hat die Polizei einen Terroranschlag in Hessen vereitelt: Einen Tag nach der Festnahme eines Islamistenpaares aus Oberursel gehen die Ermittler weiter davon aus, dass das Duo bei einem populären Radrennen eine Bombe zünden wollte.

Die hessischen Sicherheitsbehörden haben womöglich im letzten Moment einen islamistischen Terroranschlag vereitelt. Ziel soll das Radrennen "Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn" am 1. Mai gewesen sein. Die Polizei sagte trotz der Festnahme des Extremistenpaares das Rennen zu dem Zehntausende Zuschauer erwartet wurden ab. Sie konnte nicht ausschließen, dass das Duo Komplizen hat. Das Landeskriminalamt (LKA) sah die Gefahr eines Anschlags am Freitag nicht gebannt. "Wir müssen wissen, ob es Mittäter gibt, die noch agieren oder schon agiert haben", sagte ein Sprecher.

In der Nacht zum Donnerstag nahm ein Spezialeinsatzkommando in Oberursel im Taunus ein türkischstämmiges Ehepaar fest. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Ermittler im Keller eine funktionsfähige Rohrbombe, 100 Schuss scharfer Munition, Teile eines Sturmgewehrs G3 und eine Übungsgranate für eine Panzerfaust. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) sprach von einem salafistischen Hintergrund des Paares.

Beamte durchkämmten den Wald an der Strecke des traditionsreichen Radrennens - auch um sicherzugehen, dass keine Bomben deponiert wurden. Bis Freitagabend fanden sie nichts. Ein Polizeisprecher sagte: "Glücklicherweise hat es nichts Verdächtiges gefunden." Trotz Absage des Radrennens starteten am Freitag rund 500 Amateure aus Protest gegen Gewalt und Terror auf der nicht mehr abgesperrten Strecke.

Ein Richter erließ gegen das festgenommene Paar - einen 35-jährigen Deutschtürken und eine 34-jährige Türkin - Haftbefehl. Es wird der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der Vorbereitung einer Explosion verdächtigt. "Nach alldem, was wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt, haben wir ein Anschlagsgeschehen verhindert", sagte der zuständige Polizeipräsident Stefan Müller. Der Mann sei in den vergangenen Tagen auf Parkplätzen und im Wald entlang der Rennstrecke von Oberursel auf den Feldberg beobachtet worden, sagte der Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Albrecht Schreiber. Deshalb habe sich die Polizei zum Zugriff entschlossen.

Das Paar habe Ende März in einem Baumarkt eine größere Menge Wasserstoffperoxid gekauft, sagte Müller. Eine Mitarbeiterin habe die Polizei informiert. (Kommentar und Seite 8)
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