Italien wieder an der Spitze

In bunten Farben Wie ein bunt gescheckter Teppich sieht der Weinberg am Bullenheimer Berg bei Bullenheim im Steigerwald aus. Die Blätter seiner Rebstöcke leuchten in verschiedenen Herbstfarben. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Guter Durchschnitt, aber nicht herausragend: Die Weinproduktion dürfte in diesem Jahr leicht zulegen. Deutschland dagegen bleibt unter dem Niveau des Vorjahres - hält aber den zehnten Platz unter den Weinnationen.

Italien hat mit einer guten Ernte den Spitzenplatz in der Weinproduktion von Frankreich zurückerobert. Weltweit brachten die Hersteller nach ersten Schätzungen der Internationalen Organisation für Rebe und Wein rund 275,7 Millionen Hektoliter in die Keller. Das seien zwei Prozent mehr als im Vorjahr und ein "guter Durchschnitt", sagte Generaldirektor Jean-Marie Aurand jetzt in Paris.

Deutschland hält Niveau

Deutschland hält trotz eines leichten Rückgangs der erzeugten Menge den zehnten Platz. Die deutschen Winzer dürften demnach auf rund 8,8 Millionen Hektoliter kommen, vier Prozent weniger Wein als im Vorjahr. Aurand begründete das nach seinen Angaben eher schwache Ergebnis mit dem Wetter. Im Spitzentrio hat sich nur die Reihenfolge verändert: Italien kann sich über eine zehn Prozent höhere Produktion freuen und zieht mit 48,9 Millionen Hektolitern an Frankreich vorbei. Die Franzosen kommen auf 47,4 Millionen Hektoliter - die Spitzenposition hatte in den vergangenen Jahren mehrfach zwischen den beiden Ländern gewechselt.

Spanien als Drittplatzierter fiel nach seinem Rekordjahr 2013 weiter auf ein durchschnittliches Ergebnis zurück und dürfte nun auf 36,6 Millionen Hektoliter kommen. Die drei traditionsreichen europäischen Weinländer stemmen damit fast die Hälfte der weltweiten Produktion.

Neuer Rekord in Chile

Außerhalb Europas ging es vor allem in Chile aufwärts, mit einem Plus von 23 Prozent konnte das südamerikanische Land den Einbruch des Jahres 2014 mehr als wettmachen und einen neuen Rekord aufstellen. Die Vereinigten Staaten als größter nichteuropäischer Weinerzeuger blieben dagegen mit 22,1 Millionen Hektolitern auf Rang vier annähernd stabil (plus ein Prozent).

Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem weltweiten Weinmarkt sei in etwa gesichert, sagte Aurand. Auch für die industrielle Verarbeitung etwa zu Brandy, Essig oder Vermouth sei genug da. (Hintergrund)
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