Jäger-Schelte am Telefon

Ein Anrufer beschimpfte ihn als "Schwäne-Mörder": Das berichtete der Köferinger Jagdvorsteher Helmut Graf bei der Jahreshauptversammlung. Aus seiner Verärgerung über diese Verbalattacke machte er keinen Hehl.

Die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft (JG) Köfering in der Blauen Traube war gut besucht. Die Tagesordnung wurde zügig abgearbeitet. Dabei war auch der Abschuss von Schwänen (AZ berichtete) ein Diskussionspunkt. "Wir sind alle für Tier- und Naturschutz", merkte Jagdvorsteher Helmut Graf dazu an. Das Landratsamt habe die Aktion rechtlich positiv bewertet. Umso ärgerlicher sei es, wenn man dann bösartige Telefonanrufe bekomme, in denen man beschimpft werde.

Neben dem neuen Mitpächter Ingo Gammel (er wurde mit 26 von 27 Stimmen für die 525 Hektar große Fläche gewählt) gehörte auch Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm zu den Gästen. Sie würdigte die Mitwirkung der Jagdgenossen bei der 900-Jahr-Feier der Gemeinde, die Waldvermessung, das Ferienprogramm und die "Harmonie der Gemeinschaft".

Devise: "Wald mit Wild"

Graf richtete den Blick auch auf die sehr gut besuchte Waldbegehung Anfang November mit Förster Hans Lang. Der Jagdvorsteher berichtete zudem von zwei erfolgreichen Drückjagden, bei denen 20 Sauen geschossen wurden. "Wald mit Wild ist unsere Losung", stellte Graf klar. Die Jagd müsse für die Pächter interessant sein, fügt er hinzu - und Wild dürfe nicht zum Nachttier degradiert werden.

Der Vorsteher machte die Genossenschaft auch darauf aufmerksam, dass der Planfeststellungsbeschluss zur Kümmersbrucker Ortsumgehung derzeit zur Einsicht im Rathaus aufliege. Schriftführer Dr. Markus Mahal erinnerte an die Verstärkung im Jagd-Bogen durch Robert Strobl, das Gemeindejubiläum und das Engagement der Jäger mit den Bauern und Trachtlern.

Weitere Themen seines Vortrags waren Möglichkeiten der Schadensregulierung, das Fehlen von Rebhühnern und heimischer Fasane, die Arbeit des neuen Vorstands und die Anschaffung von Reflektoren. Kassenverwalter Josef Roggenhofer hat seine Finanzen in bester Ordnung, was ihm Hans Nörl und Franz Kölbl bestätigten. Die Auszahlung an die Ortschaften lief reibungslos. Helmut Graf berichtete stolz über die Erfolge beim Kampf gegen die Wildsauen. Der Reh-Abschuss sei erfüllt worden, zudem seien vier Dachse und neun Füchse zur Strecke gebracht worden. Die Zahl der Hasen nehme bescheiden zu, ein Fasanengockel sei erlegt worden.

Passanten ohne Skrupel

Robert Strobl sprach über seine Erfahrungen in seinem Bogen. Hier wurden drei Wildschweine erwischt. Auch Rebhühner treffe man an - die jedoch von den vielen Spaziergängern mit Hunden ohne Skrupel aufgescheucht würden. Strobl hat Fasane ausgesetzt. Er dankte stellvertretendem Vorsteher Stefan Schönberger, der den Jagdpächtern oft Futter für die Tiere anbiete.

Ein Angebot einer Wildschadens-Versicherung wurde debattiert, aber mit großer Mehrheit abgelehnt: Man komme augenblicklich gut zurecht mit Schäden und habe sehr verständnisvolle Jagdgenossen, lautete die Begründung der Gegner.

Wildschadens-Reflektoren wurden angeschafft, besonders für die Strecke nach Köfering: Sie sollen bald installiert werden und Verkehrsunfälle verhindern. Am ersten Sonntag nach Allerheiligen ist eine erneute Waldbegehung geplant. Angeregt wurde, einen Kadaver-Behälter am Bauhof aufzustellen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.