Jeder darf unperfekt sein

Ehejubilare aus den Pfarreien Neustadt, Störnstein und Wilchenreuth erneuerten ihr Treueversprechen in der Störnsteiner Kirche St. Salvator. Stadtpfarrer Josef Häring zelebrierte den Gottesdienst. Bild: kwl

Leben im christlichen Glauben schweißt zusammen. Die Seelsorgeeinheit St. Georg Neustadt, St. Ulrich Wilchenreuth und St. Salvator Störnstein würdigte die Ehe-Jubilare mit einem Dankgottesdienst und einem Sektempfang.

Im Gotteshaus in der Ortsmitte von Störnstein besuchten die Jubiläums-Brautpaare die Messfeier. In der Predigt erwähnte Stadtpfarrer Josef Häring, dass es oft sehr aufschlussreich sei, einen Blick in die griechischen Texte des Evangeliums zu werfen. Darin heiße es, die Erde bringe nach der Aussaat automatisch ihre Früchte hervor. Wichtig sei das Samenkorn der Liebe. Daraus entstehe Gutes in der Welt. Ebenso sei es in der Ehe und Familie.

Häring wies bereits bei der Begrüßung auf die vielfältigen, von Zuneigung zeugenden Tätigkeiten von Eheleuten hin. Beispielsweise seien Ehepartner als Haus- und Nestbauer, Arbeiter und Geldverdiener, Manager, Reinigungskraft, Erzieher, Wegbegleiter, Weichensteller, Seelentröster, Krankenpfleger, Stütze und gläubige Christen tätig. Viel gute Saat sei dabei aufgegangen, manches nicht. Die Jubelpaare könnten auf ihr Leben mit großem Dank zurückblicken.

Kein Tausendsassa

Auch Jesus habe sich keine Illusionen gemacht, erwähnte der Priester. Christus habe uns die frohe Botschaft verkündet und den Menschen liebenswerter gemacht. Man müsse nicht perfekt sein. Auch ein Mann oder eine Frau brauche kein Tausendsassa sein, der die Wünsche des Vermählten ablese.

Jeder Mensch dürfe unperfekt sein und es auch dem anderen zugestehen. Das Wachsen und Reifen in der Familie werde von Gott gelenkt. Leider habe der Begriff Demut in unserer Leistungsgesellschaft einen negativen Anstrich bekommen. Er bedeute ursprünglich Mut zum Dienen. Darin wachse Vertrauen und Liebe, auch in der Partnerschaft.

Für die Jubelpaare segnete der Geistliche die von Christine Pöllath verzierten Kerzen. "Das Licht soll das Leben in seiner Wahrheit hell machen", rief der Priester aus. Die Lesung und die Fürbitten trug Emmi Mark vor. Eindrucksvoll gestaltete das Bläserquartett mit Chef Gerhard Träger und Andreas Bäumler am Flügelhorn, Sonja Träger am Tenorhorn und Andreas Träger auf der Tuba das Amt musikalisch. Mit glasklarer voluminöser Stimme brachte Andreas Träger in Bariton-Lage das Lied "Ein schöner Tag". Untermalt wurde er von seinem Vater Gerhard auf dem Akkordeon.

Sauber intoniert

Mit sauberer Intonation servierten die Instrumentalisten das "Trumpet voluntary". Organist Karlheinz Schreiner spielte die passenden Kirchenlieder einfühlsam und souverän. Unter die Haut ging das Kirchentagslied "Mit Christus Brücken bauen". Orgel, Gesang und Bläserklänge ergänzten sich gut. Beim anschließenden Sektempfang im Pfarrheim sorgte die Störnsteiner Pfarrgemeinderätin Margit Lehner mit ihrem Team für ein ansprechendes Ambiente.
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