Jetzt ist Paarungszeit für Rehwild: Jäger-Kreisgruppe mahnt Autofahrer zur Vorsicht
Ein Reh kommt selten allein

Von der zweiten Julihälfte bis Ende August ist die "heiße Phase" für das Rehwild: Mitten im Sommer findet die Paarungszeit statt und macht das Rehwild blind vor Liebe.

"Jetzt ist der Rehbock auch tagsüber unermüdlich hinter der Geiß her, die mit der Absonderung von Duftstoffen ihre Paarungsbereitschaft signalisiert", sagt der Vorsitzende der Landesjagdverbandes-Kreisgruppe Amberg e.V., Franz Erras.

Der liebestolle Bock "treibt" die brunftige Geiß im Liebesreigen durch Wald und Feld. Besonders aktiv ist er bei hochsommerlichen Temperaturen. Untereinander liefern sich die Böcke heftige Rivalenkämpfe und Verfolgungsjagden. Da heißt es besonders für Autofahrer besonders aufzupassen.

Im hormongesteuerten Liebesrausch reagiert das Rehwild unvorsichtig, so dass es zu Wildunfällen kommen kann. In den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung ist das Wild besonders aktiv.

Erras bittet deshalb die Kraftfahrer im eigenen Interesse, speziell bei Fahrten durch Waldgebiete, entlang von Hecken und zwischen hohen Ackerbaukulturen (Maisfelder!) immer den Fahrbahnrand im Auge zu behalten. "Ein Reh kommt selten allein" warnt er als erfahrener Jäger. Meist folgt der Rehgeiß der Bock, welcher seine Auserwählte vor sich hertreibt.

Taucht ein Wildtier auf der Fahrbahn auf, sollte abgeblendet und kontrolliert gebremst werden. Ist dennoch ein Zusammenstoß nicht zu verhindern, sollte der Fahrer das Lenkrad unbedingt in gerader Richtung halten. Unkontrollierte Ausweichmanöver sind gefährlich, da das Fahrzeug vor allem bei hoher Geschwindigkeit schnell ins Schleudern gerät.

Sollte es zu einem Wildunfall kommen, muss die nächste Polizeidienststelle verständigt werden. Von ihr wird der zuständige Jagdpächter informiert, um sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem verletzten Wild machen und es so schnell wie möglich von seinem Leiden erlösen zu können.

Zur Abwicklung einer Schadensregelung durch die Versicherung wird von der Polizei eine Bestätigung ausgestellt.

Im vergangen Jahr kam es insgesamt zu 62 983 Wildunfällen auf Bayerns Straßen mit 471, teilweise schwerverletzten Personen. Meistens (rund 44 000mal) war Rehwild daran beteiligt. Mit Hasen oder Kaninchen wurden 6 290 und mit Schwarzwild 3 605 Unfälle registriert.
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