Johannisfeuer: Holz nicht zu früh aufstapeln und Vorschriften beachten
Feurige Falle für kleine Tiere

Ein Scheiterhaufen im Kemnather Land. Wenn er zu lodern beginnt, wird er manchmal zur Todesfalle für Tiere. Bild: bkr
Kemnath/Eschenbach. (juh) Bald lodern wieder Sonnwendfeuer. Nicht immer ein guter Tag für die Umwelt: Die Scheiterhaufen werden zu oft zum Müll entsorgen genutzt. Und für Kleintiere endet das Spektakel vielfach tödlich.

"Grundsätzlich handelt es sich nur dann um ein Johannisfeuer, wenn ein unmittelbarer, zeitlicher Zusammenhang mit dem Sommerbeginn besteht und das Feuer öffentlich zugänglich ist", erklärt Reinhard Höcht. Dem Mitarbeiter vom Landratsamt Tirschenreuth bereiten die Feuer vor allem Arbeit.

"Wir erleben immer wieder, dass Bürger Müll auf den Holzstapel werfen. Beim Verbrennen entstehen giftige Stoffe", beklagt Höcht. In den vergangenen Jahren seien die Vergehen weniger geworden, die Beschwerden gegen Null gegangen, dennoch gebe es immer noch Ausreißer. "Leider zeigt die Erfahrung, dass die Tradition des Johannisfestes immer wieder zur Sperrmüll- und Abfallentsorgung genutzt wird." Diese Gefahr besteht vor allem, wenn das Feuerholz schon Wochen zuvor aufgestapelt wird.

Giftige Stoffe entstehen

Wenn sich die Holzhaufen so früh auftürmen, sei das für manche eine Einladung, ihren Müll einfach und günstig zu entsorgen. "Das ist natürlich sehr schädlich für die Umwelt, wenn giftige Stoffe wie Lacke verbrannt werden", betont Höcht. Grundsätzlich dürfe nur trockenes, unbehandeltes Holz auf die Haufen. "Zur Erhöhung der Flammenintensität sind Materialien wie harzreiche Hölzer erlaubt." Keinesfalls erlaubt ist lackiertes, gestrichenes oder lasiertes Holz, wie etwa bei alten Fenstern. Auch beim Anzünden gibt es klare Vorschriften: Treibstoff und Altöl sind tabu. "Wir empfehlen trockenen Reisig oder Stroh."

Werden Abfälle verbrannt, ist das ordnungswidrig gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Die Geldbuße könne zwischen 75 Euro und einem Betrag in vierstelliger Höhe liegen. Zahlen müssen die Veranstalter. "Selbst, wenn sie den Müll nicht zwischen das Brennholz geworfen haben, haften sie, da sie das Feuer anzünden. Es liegt in ihrer Verantwortung, alles Verbotene auszusortieren. In den vergangenen Jahren haben wir einen gewissen Wildwuchs bei Johannisfeuern festgestellt. Immer mehr Bürger oder Grundbesitzer veranstalten ihre eigenen, kleinen Feuer." Das alles zu kontrollieren, sei unmöglich. "Sie stapeln den Müll oft schon monatelang vorher", beklagt Höcht. Schade sei dies auch aus einem weiteren Grund: Im Holz nisten Tiere, die einen Unterschlupf suchen, ihre Jungen zur Welt bringen oder Schutz vor Kälte suchen.

"Betroffen sind vor allem Vögel, Igel und Mäuse. Wenn das Holz angezündet wird, geraten die Tiere in Panik und verbrennen jämmerlich." Das stelle ein Vergehen gegen das Bundesnaturschutzgesetz dar. In dem heißt es: "Es ist verboten, wildlebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten", erklärt Höcht. "Um den Tieren das Leid zu ersparen, legen wir den Bürgern nahe, das Brennholz erst einen Tag vorher oder sogar erst am Veranstaltungstag zu stapeln." Wird das Holz schon Tage vorher zusammengetragen, sollte es kurz vor dem Fest noch einmal umgestapelt werden, um die Tiere zu vertrieben.

Spaß muss sein

"Gegen Brauchtum und Freizeitspaß ist nichts einzuwenden, solange solche Feuer keinen Schaden anrichten und die Vorschriften eingehalten werden", betont Pressesprecher Josef Hecht vom Landratsamt Tirschenreuth. Dann stehe dem Spaß nichts im Weg.
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