Jubiläums-Typisierungsaktion am 3. Oktober
"Hilfe für Anja" kehrt zurück

Zwei Beispiele, wie eine Stammzellen-Transplantation junge Leben retten kann: die 19-jährige Anja Roith (rechts) und die 27-jährige Nürnbergerin Melanie Salamon (links). Bei Anja Roith erfolgte die Transplantation im Jahr 2011. Für Melanie Salamon suchte der Verein "Hilfe für Anja" 2013 einen Spender. Sie wurde 2014 transplantiert. Bild: Sporrer
Auerbach. (ll) Vor 15 Jahren hatte der Verein "Hilfe für Anja" seine erste Typisierung für Stammzellenspender - in Auerbach. Am Samstag, 3. Oktober, kehrt er mit einer Jubiläums-Typisierungsaktion dorthin zurück. Die Hilfe für Anja war erfolgreich: Sie ist jetzt 19 Jahre alt.

Das Schicksal der damals vierjährigen Leukämiekranken Anja Roith aus der Nähe von Hirschaid (Landkreis Bamberg) war der Grund, dass der Verein sich gründete und Typisierungsaktionen organisierte. Über 38.500 Leute wurden dabei für die weltweite Datenbank registriert. "Mehr als 370 Spender konnten an Leukämiepatienten weltweit vermittelt werden", erzählt der Vorsitzende Michael Sporrer stolz.

Der Kirchenthumbacher hat anlässlich der Aktion eine Telefonkonferenz mit Anja Roith organisiert, bei der sie Medienvertretern Auskunft gibt. Sporrer erläutert dazu: "Sie hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Auch wenn sie sehr ruhig wirkt, hat sie ein selbstbewusstes Auftreten."

Anja Roith macht eine Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit zur Sachbearbeiterin. Wie es ihr geht, ist natürlich die erste Frage. "Mir geht es gut, ich muss eigentlich nicht öfter zum Arzt als andere Menschen", sagt sie. "Ich habe auch keine Einschränkungen in meinem Leben, kann mit Freunden weggehen und meine Lehre machen. Einzig die Behandlungen in den ersten 15 Jahren meines Lebens sind ein wenig auf die Gelenke und Knochen gegangen."

Einfach glücklich

Als sie erfuhr, dass ein Spender für sie gefunden wurde, da sei sie einfach glücklich gewesen. Auch Lisa Roith, Anjas Mutter, kann sich noch an diesen Moment erinnern: "Anja war happy." Als Eltern hätten sie natürlich ein wenig gemischte Gefühle gehabt. Einerseits große Freude über den Spender; andererseits habe man in den Jahren davor viel miterleben müssen, gelesen und gesehen - "da waren natürlich auch Ängste da".

Der Verein war hoch erfreut, aber man hatte zu dem Zeitpunkt so viele Hilferufe zu bearbeiten, dass man gar nicht weiterdachte, erinnert sich Michael Sporrer. Ein paar Wochen später wurde er gefragt, wie es mit dem Verein weitergehe, da das Vereinsziel erreicht sei. "Ans Aufhören dachte bei uns keiner, schließlich haben wir immer gesagt, dass es bei all den Aktionen nicht nur um Anja geht, sondern sehr viele Menschen einen Spender benötigen."

Die Angst bleibt

Auch nach der Transplantation war ihre Angst nicht weg, berichtet Lisa Roith. "Alle Eltern haben Angst und Sorge um ihre Kinder. Die Ängste und Sorgen sind danach anders als davor - aber es ist trotzdem ein ganz anderes Leben." Eine überraschende Sicht offenbart Anja auf die Zeit vor ihrer Transplantation: "Sie war ein großer Teil meines Lebens, meiner Kindheit und meines Erwachsenwerdens. Diese Zeit gehört zu meinem Leben und hat mich mit Sicherheit auch gestärkt; darum ist es für mich kein Problem, dass der Verein noch meinen Namen trägt."

Ihr Spender war ein junger Portugiese, den sie schon zweimal besucht hat. "Und er war auch schon bei uns." Das Kennenlernen war eine ganz kuriose Sache, bestätigt Anja: "Richtig - aber diese verrückte Geschichte kann man im Buch 'Lebensretter gesucht', das der Verein geschrieben hat, nachlesen." Das Buch könne man am Typisierungstag oder bei Zeitschriften Kleefeld in Auerbach für 9,90 Euro erwerben.

Das Selbstbewusstsein, mit dem Anja auftritt, gefällt Michael Sporrer. Er hofft, dass sich viele dadurch anspornen lassen, zur Typisierung zu kommen, "damit irgendwann mal alle Patienten die Chance auf einen passenden Spender haben".
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