Jüngste Preisträgerin in der Geschichte
Friedensnobelpreis 2014 für zwei Kinderrechtsaktivisten

Die beiden Friedensnobelpreisträger 2014: Mädchenrechtsaktivistin Malala Yousafzay und Kinderrechtsaktivist Kailash Satyarthi.

Kailash Satyarthi und Malala Yousafzai, zwei Kinderrechtsaktivisten aus Indien und Pakistan, haben den diesjährigen Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Das gab der Chef des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjørn Jagland, am Freitag in Oslo bekannt.

Die 17-jährige Malala Yousafzay, die 2012 von radikalislamischen Taliban angeschossen und schwer verletzt wurde, habe trotz ihrer Jugend schon jahrelang für die Rechte von Mädchen in ihrer Heimat Pakistan gekämpft. Sie sei ein gutes Beispiel dafür, wie junge Menschen selbst zur Verbesserung ihrer Lage beitragen könnten. Dabei seien ihre persönlichen Lebensumstände sehr gefährlich. «Durch ihren heroischen Einsatz ist sie die führende Sprecherin für das Recht von Mädchen auf Bildung geworden», erklärte das Komitee.
Sie löst Tawakkol Karman als jüngste Preisträgerin ab, die bei ihrer Auszeichung 32 Jahre alt war.
Der Inder Kailash Satyarthi habe großen persönlichen Mut bewiesen und in der Tradition von Mahatma Ghandi auf unterschiedliche Weise gegen die Ausbeutung von Kindern für wirtschaftliche Ziele protestiert - aber immer friedlich. Er habe auch zur Ausarbeitung internationaler Kinderrechte beigetragen.
Das Komitee begründete seine Entscheidung mit der großen Bedeutung von Bildung für Kinder. 60 Prozent der Weltbevölkerung seien unter 25 Jahre alt. Respekt für diese jungen Menschen sei die Voraussetzung für Frieden auf der Welt.

Die Auszeichnung ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 874 000 Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr war die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) geehrt worden.
Der Friedensnobelpreis wird als einziger der prestigeträchtigen Preise nicht in Stockholm, sondern von einer Jury in Oslo vergeben. Dort wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel, auch überreicht.