Jugendliche mit Handicap sollten möglichst früh Praktika machen
Mit voller Kraft ins Arbeitsleben

Trotz Fachkräftemangel haben Jugendliche mit Handicap oft Probleme, einen Job zu finden. Um die Suche zu erleichtern, können sie während der Schulzeit einiges tun. Wichtig ist zum Beispiel, über die eigenen Beeinträchtigungen genau Bescheid zu wissen.

Haben Jugendliche eine Behinderung, ist es für sie häufig schwer, eine Lehrstelle zu finden. Firmen wissen oft nicht, wie viel Aufwand die Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes bedeutet.

Damit der Übergang in den Arbeitsmarkt gelingt, ist es wichtig, dass Jugendliche früh Praktika machen. Darauf weist Michael Bader hin. Er ist Geschäftsführer des gemeinnützigen Projekts Füngeling Router, das Unternehmen und Behinderte zusammenbringt. So können Jugendliche herausfinden, wie stark sie durch das Handicap in ihren beruflichen Fähigkeiten einschränkt sind. Gleichzeitig sieht die Firma, ob sie sich die Ausbildung vorstellen kann.

Nur wenn der Schüler mit Handicap eine realistische Einschätzung von seinen Fähigkeiten hat, ist in der Folge auch klar, welche und wie viel Hilfe er braucht. Neben Schülerpraktika kommen etwa Praktika in den Sommerferien infrage.

Eine andere Option ist, in der Freizeit in Unternehmen auszuhelfen oder ein Ehrenamt zu übernehmen. Ansprechpartner bei der Ausbildungsplatzsuche sind die Reha-Berater der Arbeitsagenturen. Zu ihnen sollten der Schüler und seine Eltern möglichst früh einen engen Kontakt aufbauen.

Ist im Vorfeld absehbar, dass Jugendliche bei der Arbeit im Unternehmen Hilfen brauchen, klären sie idealerweise, welche das sind. Das kann zum Beispiel sein, dass bei einer Sehbehinderung ein bestimmter Computer erforderlich ist. Ist das der Fall, lassen sie sich am besten schon vor der Ausbildung beraten, welche Modelle infrage kommen.

Im Vorstellungsgespräch sollten Schüler dann offen mit ihrem Handicap umgehen. "Unsere Erfahrung ist, dass Arbeitgeber immer dann sehr verständnisvoll sind, wenn klar ist, wie die Einschränkungen des Jugendlichen sind - und welche Hilfsmittel er konkret braucht." Können sie die Folgen einer Einstellung abschätzen, sind sie dazu eher bereit. (dpa/tmn)
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