Kabinett will Einhaltung der Vorgaben bei Stromtrassen-Planungen beobachten - Bürger verstärkt ...
"Genau auf die Finger schauen"

(jum/we) Der bayerische Ministerrat hat die Ergebnisse des Berliner Koalitionsgipfels zur Energiewende begrüßt. Vor allem bei den Stromtrassen sei es gelungen, die ursprünglichen Planungen mit 430 Kilometern neuer Kabelstränge durch Bayern auf 75 Meter hohen Masten zu verhindern, erklärte Staatskanzleiminister Marcel Huber nach der Sitzung. "In Vergleich zu den ursprünglichen Plänen vor zwei Jahren gibt es quantitative Unterschiede", so Huber. Bei den nun nötigen neuen Planungen werde die Staatsregierung Stromnetzbetreibern und Bundesnetzagentur "genau auf die Finger schauen", damit die im Koalitionskompromiss gemachten Vorgaben zur Erdverkabelung und der Nutzung von Bestandstrassen eingehalten würden.

Wie Huber mitteilte, habe Ministerpräsident Horst Seehofer in der Sitzung noch einmal seine Bereitschaft erklärt, persönlich mit den Bürgerinitiativen gegen die Trassen ins Gespräch zu kommen. Dies werde aber vermutlich erst erfolgen, wenn erste konkrete Planungen über die neuen Trassenverläufe vorlägen. Er rechne damit, dass die neuen Pläne bei der Bevölkerung auf größere Akzeptanz stoßen werden, so Huber. Außerdem kündigte er an, die Bürger bei den konkreten Planungen stärker einzubeziehen.

Auch die Oberpfälzer CSU pocht darauf, die Bürger beim Thema Stromtrassen mit ins Boot zu nehmen. Dies werde man Horst Seehofer beim Bezirksparteitag am 18. Juli in Barbing deutlich machen. Bei einem Treffen in Amberg betonten die Mandatsträgern, dass es gelte sicherzustellen, dass das Verhandlungsergebnis auch bei der Bundesfachplanung in die Tat umgesetzt werde. Ein Kernanliegen sei der weitere Fortschritt im Ausbau des Ostbayernrings. "Wir wollen nicht, dass eine mögliche Hochspannungs-Gleichstromtrasse den geplanten Bau des Ostbayernrings verzögert oder verändert."
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