Kampf gegen Ebola zeigt Erfolge

Vor mehr als einem Jahr brach Ebola in Westafrika aus. Experten hoffen, die Epidemie in den nächsten Monaten zu besiegen. Sorgen machen ihnen die Langzeitfolgen der Krankheit.

Der Schock sitzt tief. "Wir dachten, so etwas könnte nur in einem schlechten Film passieren, nicht im wirklichen Leben", sagt Iza Ciglenecki. Sie ist Projektleiterin bei der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und hat vor Ort das ganze Ausmaß der Ebola-Epidemie mitangesehen. Auf einer Diskussionsrunde bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) erzählt sie von ihren dramatischen Erlebnissen. Und wie das Behandlungszentrum der Ärzte ohne Grenzen in der liberianischen Hauptstadt Monrovia irgendwann so überfüllt war, dass Menschen auf der Straße davor starben.

Mehr als ein Jahr ist seit dem Ausbruch der Epidemie vergangenen. Insgesamt sind in den am schlimmsten betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia seitdem nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 23 000 Menschen an Ebola erkrankt, mehr als 9300 starben. Die drei westafrikanischen Staaten wollen die Seuche bis Mitte April besiegen. Auf der AAAS-Konferenz im kalifornischen San Jose gab es nun eine Bestandsaufnahme. Bei einem sind sie sich alle einig: "Das war die bei weitem größte und schwierigste Ebola-Epidemie, die wir je beobachtet haben", sagt der stellvertretende WHO-Generalsekretär Keiji Fukuda. Und: Der Ausbruch blieb mehrere Monate unentdeckt. "Wir waren nicht angemessen vorbereitet", gibt Fukuda zu.

Analyse erforderlich

Eine umfassende Fehleranalyse stehe noch aus, sagt Fukuda. Aber eines sei klar geworden: "Die wichtigste Rolle spielen die Länder. Sie müssen die Fähigkeit haben, die Krankheit früh zu entdecken, und diese Information weiterzugeben." Aber auch wenn die Experten schon daran denken, wie weitere Epidemien verhindert oder zumindest schneller entdeckt werden können - die aktuelle ist noch lange nicht vorbei. Bis zu einem Ende sei es noch ein weiter Weg, warnt auch Ciglenecki. Und sie hat noch eine weitere große Sorge: Langzeitfolgen. Dazu gehören unter anderem Gewichtsverlust, Schmerzen, Erblindung, Müdigkeit, Stigmatisierung und psychische Probleme.

In Liberia öffneten am Montag immerhin wieder die Schulen - ein halbes Jahr später als geplant. Die Buben und Mädchen mussten jedoch zuvor ihre Hände desinfizieren und ihre Temperatur messen lassen, um weitere Ebola-Fälle zu verhindern.
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