Kardinal Müller wittert "neue Vatileaks-Affäre"
Brenzliger Papst-Brief

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, ist wieder einmal empört.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat die Veröffentlichung eines Beschwerdebriefes an den Papst im Internet kritisiert. Dass ein privates Schreiben an den Papst veröffentlich werde, sei ein "Skandal", sagte er der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Zugleich ließ er offen, ob er selbst den Brief unterzeichnet habe. "Ich sage nicht, ob ich unterschrieben habe oder nicht", so der Präfekt der Glaubenskongregation. Die Urheber der Veröffentlichung wollten nur Streit und Spannungen erzeugen. Müller sprach von einer "neuen Vatileaks-Affäre". Er spielte damit auf die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente vom Schreibtisch Benedikts XVI. vor drei Jahren an.

Nachdem die italienische Zeitschrift "L'Espresso" am Montag das Schreiben und die Namen von 13 angeblichen Unterzeichnern veröffentlichte, dementierten bis zum Nachmittag vier der Kardinäle, den Brief unterschrieben zu haben. Müller verwahrte sich in dem Interview zudem entschieden gegen Behauptungen, er stehe nicht loyal hinter Papst Franziskus. "Ich lasse nicht zu, dass mein Gehorsam und mein Dienst für Papst und Kirche in Zweifel gezogen werden", so Müller. "Ich kenne niemanden, der gegen den Papst ist."

Ein Sprecher von Kardinal George Pell, der den Brief laut "L'Espresso" übergeben haben soll, bestätigte am Montagabend die Existenz eines solchen Schreibens an den Papst. Der im Internet veröffentlichte Brief sei jedoch fehlerhaft wiedergegeben, so der Sprecher. Laut "L'Espresso" äußert der Brief Sorge über eine Manipulation der Bischofsversammlung durch reformorientierte Kräfte.
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