Karlsruher Urteil: Bayern sieht darin falsches Signal
Streit um Kopftücher

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Kopftuch-Erlaubnis für muslimische Lehrerinnen wird in Bayern heftig diskutiert. Enttäuscht von den Karlsruher Richtern zeigte sich der Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer. Vielen Menschen werde es schwerfallen, die Argumentation der Karlsruher Richter nachzuvollziehen: "Hier wird ein Fass aufgemacht, an dem in den letzten Jahren aus guten Gründen nicht mehr gerührt worden war." Das Kopftuch sei vielfach Ausdruck nicht nur einer religiösen Überzeugung, sondern auch eines politischen Weltbildes, in dem die Scharia über staatlichen Gesetzen stehe, sagte der CSU-Politiker.

Dem widersprach die religionspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Ulrike Gote. Nach ihren Worten ist "das Kopftuch nicht automatisch gleichzusetzen mit religiösem Fundamentalismus". Das Bundesverfassungsgericht hatte am Freitag das pauschale Kopftuch-Verbot für muslimische Lehrerinnen gekippt. Dieses sei nicht mit der Verfassung vereinbar.
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