Katholische Kirche ringt um neuen Kurs - Umfrage unter Gläubigen
Schwere Bürde für Geschiedene

Im jahrelangen Streit um den Umgang mit Katholiken, die nach einer Scheidung wieder geheiratet haben, will die Deutsche Bischofskonferenz einen neuen Kurs finden. Unter welchen Umständen die bislang als Sünder ausgeschlossenen Gläubigen dennoch an der Kommunion teilnehmen können, sagte die Bischofskonferenz nach Beratungen auf ihrer Frühjahrstagung am Dienstag in Hildesheim noch nicht.

Ob ein Kurswechsel auch im Umgang mit Homosexuellen schon auf der Grundsatzkonferenz des Vatikans im Herbst gelinge, sei offen, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Die Bischofskonferenz bestimmte Marx sowie die Bischöfe Franz-Josef Bode (Osnabrück) und Heiner Koch (Dresden-Meißen) zu den deutschen Vertretern der Synodentagung in Rom. Bei einer ersten Tagung des Gremiums im vergangenen Oktober waren konkrete Reformschritte noch nicht vereinbart worden.

Diese sind aus Sicht der Kirchenbasis überfällig. Eine von Papst Franziskus initiierte Umfrage vor einem Jahr offenbarte, dass es erhebliche Differenzen zwischen kirchlicher Lehre und tatsächlichem Leben der Gläubigen in Deutschland gibt. In ihrer Haltung zu Scheidung, vorehelichem Sex, Verhütungsmitteln und homosexuellen Partnerschaften folgt eine deutliche Mehrheit der Gläubigen der katholischen Kirchenlehre nicht mehr. Ein Reformvorschlag der Bischofskonferenz sieht grob vereinfacht vor, dass zumindest ein betrogener Ehepartner unter Umständen weiter zur Kommunion gehen kann. Bis zum 15. April muss die Bischofskonferenz ein Positionspapier nach Rom schicken.

Es brauche Lösungsansätze, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen heute orientierten, erklärte die kritische Initiative "Wir sind Kirche". Bei den anstehenden Fragen nach einer Neubewertung von verantwortlich gelebter Sexualität müssten die Bischöfe Mut beweisen.

Die Gläubigen werden gebeten, sich an der Umfrage zu beteiligen. Dazu können sie den Fragebogen unter folgendem Linkherunterladen, ausfüllen und die Antworten bis spätestens 13. März 2015 per E-Mail an ehe-familie@bistum-regensburg.de, Betreff: Umfrage schicken. Die Antworten werden ausgewertet und an das Synodensekretariat geschickt.
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