Kehrtwende in der Drogenpolitik: Gesundheitsministerium bereitet Regelung vor
Cannabis für Kranke auf Rezept

Hanf-Pflanzen (Cannabis) liefern Drogen, die auch in der Therapie schwerer Krankheiten zur Anwendung kommen. Archivbild: dpa
Schwerkranke Patienten sollen nach dem Willen der Koalition schon vom nächsten Jahr an Cannabis auf Rezept erhalten können. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, will erreichen, dass die Krankenkassen dann die Kosten übernehmen. "Mein Ziel ist, dass in Zukunft mehr Menschen als bisher Cannabis als Medizin bekommen können", sagte die CSU-Politikerin der "Welt". Das Gesundheitsministerium arbeitet bereits an einer Regelung. Ein entsprechendes Gesetz könnte laut Mortler 2016 in Kraft treten. Chronisch kranke Schmerzpatienten, die etwa in der eigenen Wohnung Hanfpflanzen anbauen, können derzeit aufgrund der geltenden Gesetzeslage rasch ins Visier von Ermittlern geraten.

Cannabis-Präparate in der Apotheke sind teuer. Die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Gehen Aidskranke oder Krebspatienten den legalen Weg, müssen sie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine individuelle Behandlung mit Cannabis beantragen. Die Kassen beteiligen sich nicht. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist dafür, Betroffenen zu helfen. Es sei wichtig, "dass wir für schwerstkranke Patientinnen und Patienten die bestehenden Möglichkeiten des Einsatzes von Cannabis als Medizin ausweiten und verbessern", schrieb Merkel kürzlich in ihrem Blog. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will nun rasch für Klarheit sorgen: "Dazu gehört die Frage der Kostenerstattung durch die Krankenkassen in diesen medizinisch begründeten Fällen, aber auch die Frage, wie Missbrauch wirksam verhindert werden kann."
1 Kommentar
8
Wolfgang Ewert aus Weiden in der Oberpfalz | 14.02.2016 | 18:45  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.