Kein kalter Kaffee

Zum Abschluss des KLB-Kirchencafés ließen viele Kinder Karten mit ihren Wünschen für eine "Zukunft der Kirche" an Luftballons in den Himmel steigen. Bild: fvo

"Heißer Cappuccino und brennende Fragen" - unter diesem Motto hatte die Katholische Landvolkbewegung (KLB) des Landkreises Neustadt/WN nach Albersrieth geladen - das Interesse war überwältigend, und die Diskussionen waren alles andere als kalter Kaffee.

Gespannt waren die Verantwortlichen, ob die Cappuccino-Maschine beim Kirchencafé des Landvolks in Dauerbetrieb sein würde und die Teilnehmer tatsächlich Fragen stellen würden. Federführend war Landvolk-Geschäftsführer und Diözesan-Bildungsreferent Klaus Hirn. Im Dorftreff überlegten er und die Besucher, wie die Zukunft der Weltkirche und der Kirche vor Ort gestaltet werden kann.

Der Diözesan-Landvolkseelsorger Christian Kalis zelebrierte die vorangegangene Messe, die der Waldthurner Landjugendchor begleitete. Knapp 100 Christen waren zur "Cappuccino-Zusammenkunft" gekommen. Familiengruppen-Vorsitzende Silvia Stahl freute sich über das voll besetzte Haus. Der Meinungsaustausch war teilweise sehr kontrovers aber fair. Eine Teilnehmerin meinte, dass die Arbeit in den Pfarreien nicht für den Pfarrer, sondern zur Ehre Gottes getan werden solle. Nicht der Mainstream sei entscheidend, mit Hilfe der Bibel müssten vielmehr klare Positionen zu gesellschaftlichen Fragen bezogen werden.

Toleranz werde gepredigt, aber von der Kirche nicht gelebt, Worte und Taten sollten übereinstimmen. Oft drücke sich die Kirche bei Antworten auf aktuelle Probleme. "Ein selbst gemachter Glaube ist wertlos", diese Aussage von Papst Benedikt rund um die Gesetzmäßigkeiten diskutierten die Beteiligten kontrovers.

"Jesus ist damals an den Dogmen der Obrigkeit gescheitert, sie haben ihm das Leben gekostet", meinte KLB-Kreisvorsitzender Manfred Kellner. Die Kirche frage unter Papst Franziskus zum ersten Mal Menschen nach ihren Gedanken, das gab es noch nie. Dies sei der richtige Weg.
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