Kein Kommentar von Bayern-Ei
Hintergrund

Die unter Salmonellen-Verdacht stehende Firma Bayern-Ei hat jeden Kommentar zu dem am Wochenende verhängten Verkaufsverbot für Eier abgelehnt. Die Lebensmittelüberwacher der Landratsämter hatten in Abstimmung mit dem Verbraucherschutzministerium in München den Verkauf von Eiern aus dem Betrieb am Unternehmenssitz in Aiterhofen (Kreis Straubing-Bogen) sowie in Aholming-Tabertshausen (Kreis Deggendorf) vorläufig untersagt. Zu dem Schritt äußere man sich nicht, hieß es am Montag aus dem Unternehmen.

Der Betrieb, der auch exportierte, musste zuletzt Ende Juli wegen des Verdachts auf Salmonellen Eier zurückrufen. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Ermittlungen, weil das Unternehmen für einen Salmonellen-Ausbruch im Sommer 2014 in Europa mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten verantwortlich gewesen sein könnte. Betroffen von der Krankheitswelle waren besonders Großbritannien und Österreich.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt gegen Verantwortliche des Betriebs wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Lebensmittelrecht und Tierquälerei. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen zurückgegebene Ware neu verpackt habe und das Mindesthaltbarkeitsdatum verlängert worden sei, hatte die Regierung von Niederbayern in der Nacht zum Samstag berichtete.

Die Firma Bayern-Ei war bis zum Bekanntwerden des Skandals der größte Eier-Produzent in Bayern. Insgesamt hielt das Unternehmen in seinen Stallungen mehr als eine Million Hühner, die meisten davon in Ettling. Geschäftsführer Stefan Pohlmann und sein Vater Anton Pohlmann, stehen laut dem Magazin "Stern" schon lange wegen Tierquälerei und Manipulationsvorwürfen in der Kritik. Vor rund 20 Jahren wurden sie verurteilt, weil sie in einem Hühnerstall Nikotin versprüht haben sollen und ein Mitarbeiter dabei fast ums Leben kam. (dpa/we)
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