Kein Terror von außen

Ein Militärpolizist kontrolliert mit seinem Hund Elefantenstatuen am Erawan-Schrein in Bangkok. Hier war am Montag eine der Bomben detoniert und hatte 20 Menschen in den Tod gerissen. Bild: dpa

Drei Tage nach dem Attentat von Bangkok haben sich zwei der Verdächtigen als Unbeteiligte herausgestellt. Von dem mutmaßlichen Bombenleger fehlt jede Spur. Hat er sich bereits ins Ausland abgesetzt?

Nach dem Bombenanschlag in Bangkok hat sich einer der Verdächtigen der Polizei gestellt. Der Thailänder habe glaubhaft versichert, Fremdenführer zu sein, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri am Donnerstag. Er wurde freigelassen. Ein zweiter Verdächtiger sei ebenfalls aus der Fahndung genommen worden. Es handele sich um einen chinesischen Touristen, der schon abgereist ist. Die Männer waren kurz vor der Detonation am Montag am Tatort ganz in der Nähe des Hauptverdächtigen gesehen worden und hatten sich nach erstem Augenschein auffällig benommen.

Mann mit Rucksack

Von dem Hauptverdächtigen, einem Mann, der kurz vor der Explosion am Tatort einen Rucksack deponierte, fehlt noch jede Spur. Die Polizei vermutet, dass in dem Rucksack die Bombe war. Er habe sich womöglich ins Ausland abgesetzt, meinte der Polizeisprecher. Bei dem Anschlag an einem Schrein in einem der belebtesten Viertel Bangkoks waren am Montag 20 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 120 verletzt worden, darunter zahlreiche Ausländer.

Keine Chinesen im Visier

Die Ermittler gehen inzwischen von mindestens zehn Tätern aus, sehen aber keine Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen, wie der Polizeichef nach Beratungen mit verbündeten Geheimdiensten mitteilte. Der Anschlag müsse mindestens einen Monat lang vorbereitet worden sein. Einem Gerücht trat die Polizei entgegen: "Wir kommen zu dem Schluss, dass der Anschlag nicht auf Chinesen zielte", sagte eine Sprecherin. Diese Theorie kursierte, weil Thailand im Juli mehr als 100 illegal eingereiste, in ihrem Heimatland China verfolgte muslimische Uiguren zurück in die Volksrepublik abgeschoben hatte.

Auch im Fall einer zweiten Bombe gingen die Ermittlungen weiter, versicherte der Polizeisprecher. Am Dienstag soll ein Unbekannter an einem bei Touristen populären Bootsanleger eine Rohrbombe eingesetzt haben, die aber ins Wasser fiel und dort detonierte, ohne dass jemand zu Schaden kam.
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