Kein Verstoß gegen hippokratischen Eid
Hintergrund

Weiden. (juh) "Die Mehrheit der Ärzte-Vertreter plädiert für eine liberale Lösung", weiß Dr. Wolfgang Rechl, Vizepräsident der Bayerischen Landesärztekammer. Es sollte Arzt und Patient freistehen, in einem Gespräch für den Sterbenden die "bestmögliche Lösung" zu finden - etwa durch die Abgabe von schmerzlindernden Medikamenten, die als Nebenwirkungen den Eintritt des Todes möglicherweise beschleunigen.

"Eine Einnahme könnte zu einem früheren Tod führen, muss aber nicht." Der Patient müsse ausdrücklich den Wunsch geäußert haben. Zudem müsse nachgewiesen sein, dass das Leben des Patienten "nicht mehr lebenswert ist". Einen Widerspruch zum hippokratischen Eid sieht Rechl nicht. "Wir müssen Menschen auch dann helfen, wenn sie leiden und es keine Hoffnung mehr gibt. Helfen bedeutet auch, den Patienten einen würdigen Tod zu ermöglichen. Einen Suizid ohne Grund lehnen wir ab."

Sterbehilfe-Formen

Bei aktiver Sterbehilfe wird der Tod gezielt herbeigeführt.

Indirekte Sterbehilfe liegt vor, wenn schmerzlindernde Medikamente verabreicht werden, die als "Nebenwirkung" den Eintritt des Todes beschleunigen.

Passive Sterbehilfe ist das Unterlassen von "lebensverlängernden Behandlungsmaßnahmen".

Bei Beihilfe zur Selbsttötung ist es nicht strafbar, einem Sterbewilligen eine Überdosis in die Hand zu geben. Wird dieser nach der Einnahme ohnmächtig, muss ein Arzt alarmiert werden. (juh)
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