Keine Opfer identifiziert

150 Kerzen wurden für die Todesopfer des Flugzeugabsturzes in der Kathedrale Notre-Dame-du-Bourg in Digne-les-Bains für einen Gedenkgottesdienstes vor dem Altar angezündet. Bild: dpa

Was genau hat Germanwings-Flug 4U9525 zum Absturz gebracht? Die Ermittler forschen in alle Richtungen. Vom Flugdatenschreiber erhoffen sie sich neue Erkenntnisse. Am Unglücksort aber hat die Bergung der 150 Toten höchste Priorität.

Am Absturzort liegen Trümmerteile und die sterblichen Überreste der toten Insassen in einem unzugänglichen Gelände, das sich über mehrere Hektar erstreckt. Bis Montagabend wird eine provisorische Straße zur Absturzstelle eingerichtet.

Bisher werden Ermittler und Bergungskräfte tagsüber mit Hubschraubern in das unzugängliche Gebiet gebracht. Wenn die Toten wie erhofft in den kommenden sieben Tagen geborgen würden, wollten die Ermittler in einer zweiten Phase dann Wrackteile sichern, die für die Recherchen nötig seien.

Copilot kannte Region

"Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren", sagte Staatsanwalt Brice Robin zur Frage, ob bereits sterbliche Überreste des Copiloten der Unglücksmaschine identifiziert wurden. Bisher seien die gefundenen DNA-Informationen noch nicht mit denen der Familien verglichen worden. DNA steht für den chemischen Aufbau von Erbinformationen. Der Copilot, der auch als Segelflieger aktiv war, kannte die Unglücksregion offenbar seit seiner Jugendzeit gut. Er sei mit seinen Eltern dorthin gekommen, berichtete Francis Kefer vom Flugfeld in Sisteron am Samstag dem französische Sender iTele. Diese hätten zwischen 1996 und 2003 mit ihrem Segelflugclub aus Montabaur Flüge in der Gegend unternommen. Sisteron liegt gut 40 Kilometer westlich der Absturzstelle.

Trauerakt in Köln

Am 17. April soll im Kölner Dom mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt der Opfer gedacht werden. Im westfälischen Haltern, wo um 16 Schüler und zwei Lehrerinnen getrauert wird, soll es am Mittwoch einen öffentlichen Gottesdienst geben. Papst Franziskus erinnerte zum Auftakt der Karwoche an die Opfer der Katastrophe: Er bete für "die Opfer des Flugzeugabsturzes, unter denen auch eine Gruppe deutscher Schüler war", sagte das Oberhaupt der Katholiken beim Angelusgebet am Sonntag in Rom.

Die Angehörigen der Absturzopfer können mit finanzieller Soforthilfe rechnen, um unmittelbar anfallende Ausgaben zu decken. "Lufthansa zahlt bis zu 50 000 Euro pro Passagier", zitierte der "Tagesspiegel" einen Germanwings-Sprecher.
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