Keine Schlichtung bei der Bahn

Ungeachtet aller Kritik: Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) macht ernst mit ihrem Rekordstreik bei der Deutschen Bahn. Millionen Fahrgäste müssen improvisieren. Doch nicht alle Züge fallen aus.

(dpa/we) Trotz wachsender Kritik aus Politik und Wirtschaft haben die Lokführer bei der Deutschen Bahn ihren bislang längsten Streik begonnen. Millionen Reisende und Pendler sind von diesem Donnerstag (2 Uhr) an betroffen. Schon am Mittwochnachmittag (15 Uhr) legten die Kollegen im Güterverkehr die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will die Bahn bis zum frühen Montagmorgen lahmlegen. Der Konzern versuchte am Mittwoch vergeblich, die Arbeitnehmerseite zu einer Schlichtung zu bewegen. Auch Mahnungen der Bundesregierung änderten nichts am Streikbeginn.

"Wir werden zu keinem Zeitpunkt unsere Grundrechte an der Garderobe abgeben, um dem Arbeitgeber Deutsche Bahn einen Gefallen zu tun", sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Mit Ersatzfahrplänen will die Bahn erreichen, dass im Fernverkehr ein Drittel der Züge nach Plan fahren kann. Im Regionalverkehr in Westdeutschland sollen es 40 bis 60 Prozent sein, im Osten Deutschlands aber nur 20 Prozent. Dort ist die GDL am besten organisiert. Anbietern von Fernbussen und Mietwagen sowie Mitfahrzentralen beschert der Ausstand Rekordanfragen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu Lösungen aufgerufen, "die auch für uns als Land einen möglichst geringen Schaden haben". Streiks müssten verhältnismäßig sein. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) warf der GDL vor, das Streikrecht zu missbrauchen.

Die Oberpfalz dürfte vom Streik nicht allzu stark betroffen sein. Zum einen sind die von Privatunternehmen wie Vogtlandbahn, Agilis oder Alex bedienten Strecken nicht betroffen. Zum anderen sind laut Robert Dietrich, Vorsitzender der GDL-Ortsgruppe Weiden-Schwandorf (rund 130 Mitglieder) bis zu 60 Prozent der Lokführer in der Region Beamte. Dietrich verteidigte den Arbeitskampf: "Die Bahn hat bisher nicht mit uns verhandelt. Wir werden wie Verbrecher hingestellt."(Seite 17)
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