Kenner aus ganz Europa

Den Whiskey aus Illschwang lieben die Kenner in ganz Europa. Aus Amberg kommen Stricksachen und Accessoires für waschechte Bayern. Und in Nabburg sitzt der größte Online-Shop für vegane und vegetarische Lebensmittel in Europa. Die Oberpfalz liefert Produkte für die ganze Welt.

Den Edradour Burgundy Wood Finish gibt es nicht an jeder Ecke. Den Loader Halo B, schwarz, mit Rip Drive schon gar nicht. Edradour..., was? Halo B..., was? Ersterer ist ein schottischer Whisky, den Paul Sebastian aus Illschwang in seinem Online-Shop anbietet. Günstig ist er nicht. Eher etwas für Kenner. Und den Loader Halo B kennen nur jene, die Paintball als Sport betreiben. Experte aus der Oberpfalz dafür ist Marco Böhmer in Pfreimd. Beiden gemeinsam: Sie betreiben erfolgreich einen Online-Shop - wie viele andere auch.

Diplom-Betriebswirt Paul Sebastian würde es nach eigener Aussage heute nicht mehr wagen. Als er einst überlegte, noch etwas anderes als seinen damaligen Beruf zu machen, kam die Idee auf den Online-Shop "The Whisky Corner", um dort hochwertige Spirituosen verkaufen zu können. Einst war 1999. Online-Shops gab es noch kaum. Dass Paul Sebastian nunmehr auch ein kleines Ladenlokal führt, war eine pragmatische Lösung. "Ob ich nun die Ware in einem Lagerraum verstecke, oder in einem Geschäft präsentiere, das ist nahezu gleich", sagt er.



Heute bietet der Whisky-Kenner mehr als 2000 Artikel in seinem Online-Shop. Die Kunden schätzen die vielen Bilder der außergewöhnlichen Sorten, gleichzeitig die nuancierten Beschreibungen. Regionale Kunden kommen gern in den Laden. Andere schätzen die Lieferung direkt ins Haus. Paul Sebastian versendet auch ins europäische Umland. Was schwieriger wird: Die gesetzlichen Bestimmungen zum Alkohol-Versand werden immer strikter, trotz oder wegen Europa.

Der Einkauf geschieht über kleine Destillerien oder über Großhändler. Für den Online-Erfolg wendet Paul mindestens einen halben Tag auf. Die Artikel müssen eingepflegt und beschrieben werden. Die Datenbank ist direkt mit dem Online-Shop verbunden. Die Erstellung von Rechnung, Versandbeleg und Versandaufkleber können damit automatisch erfolgen. Danach wird verpackt und verschickt.

300 Kilometer Anfahrt

Marco Böhmer betreibt den Online-Shop "PHQ-Paintball" für Paintball-Zubehör hauptberuflich. Als er 2011 startete, war er arbeitslos. Jetzt hat er mit dem Shop jede Menge um die Ohren. Und ist schon lange nicht mehr allein. Mittlerweile gibt es fünf weitere Standorte, zwei davon werden von Franchise-Nehmern mit einer Lizenz betrieben. Sechs angestellte Mitarbeiter, vier Teilzeitkräfte, und 20 Mitarbeiter mit geringem Verdienst komplettieren das Team.

"Paintball ist sehr persönlich und familiär", berichtet der Pfreimder. Man kenne sich in der Szene. Und es gebe, so berichtet er weiter, kaum eine Bestellung ohne vorherigen Kontakt. "Ob der digital oder persönlich war, spielt dann keine große Rolle", so Böhmer. Überzeugte Kunden fahren bis zu 300 Kilometer, um direkt in den Laden zu kommen. Im Online-Shop kaufen Kunden aus ganz Europa.

Böhmer sieht noch großes Potenzial in Deutschland. "Es liegt aber auch daran, wie es uns weiterhin gelingt, Paintball als Sport zu etablieren", sagt er. Und dafür gibt er sich alle Mühe. Eine aufwendig gestaltete Broschüre erklärt alles, was in seinen Augen den Sport zu einer Faszination macht. Der junge, freundliche und engagierte Mann ist sehr daran gelegen, mit möglichst vielen Sachargumenten für "seine Sache" zu werben. Eine gute Diskussion über den Sport wird er nicht ausschlagen.

24 Stunden Betreuung

Was ist wichtig? Marco Böhmer überlegt nicht lange. "Gute Kundenbetreuung", sagt er. Und die leisten sie fast 24 Stunden am Tag. Auf allen Kanälen. Kommunikation und gute Werbung. Wiederum auf nahezu allen Kanälen, also auf den Spielfeldern, auf Facebook, auf Google+ und auf Twitter. Damit es läuft, setzt das noch junge Unternehmen einen professionellen Webshop und eine mächtige Warenwirtschafts-Software ein.

Gelernt hat Böhmer schon einiges in seiner Zeit der Selbstständigkeit. "Es ist nicht einfach, wirklich gute Franchise-Nehmer zu finden", berichtet er nach kurzem Bedenken. Nach seinen Erfahrungen haben viele Interessenten nicht das Verständnis, was alles zur Selbstständigkeit gehört. Von Buchhaltung über Warenwirtschaft bis hin zur Kundenorientierung, es fehlt häufig am Grundwissen. Dennoch kein Grund zur Klage für ihn. Irgendwann passt es. Marco Böhmer ist sichtlich Optimist.

Vegan im Trend

Was vor vielen Jahren mit einigen angebotenen Schokoriegeln auf einem Konzert begann, sichert heute die Existenz von mehr als 60 Menschen. Das Unternehmen "Absolute Vegan Empire" platzt nahezu wörtlich aus allen Nähten. "Es gibt in Nabburg kaum noch eine Fläche, die wir nicht angemietet haben", sagt Geschäftsführer John Gahlert. Wir sitzen im provisorischen Besprechungsraum, in einem Container. Er jongliert drei gefüllte Kaffeetassen und Wasserflaschen zum Tisch. Was Viele vielleicht nicht wissen: Die Oberpfalz und das beschauliche Nabburg sind Heimat des größten Online-Shops in Europa für vegetarische und vegane Lebensmittel.

50 Bestellungen pro Stunde

Mehr als 2000 Produkte werden dem Endkunden und dem Großhandel angeboten. "Zu Beginn waren es mal bis zu 50 Bestellungen am Tag. Die gehen heute häufig in einer Stunde ein", erzählt Marina Holzgartner, zuständig für das Produktmanagement. In der Halle nebenan werden Kartons gefüllt, verpackt und versendet. Es ist kaum noch Platz vorhanden. Neben vielen tausenden Endkunden gehören mittlerweile auch die großen Lebensmittelketten zu den Kunden des Unternehmens. "Wir hoffen, bis spätestens März oder April 2015 in der neuen Halle einziehen zu können", erzählt Gahlert. Im Gewerbegebiet auf der anderen Autobahnseite entstehen derzeit eine Halle und die erforderlichen Büroräume. Der 32-jährige E-Commerce-Spezialist berichtet vom stetigen Wachstum des Nabburger Unternehmens. Welches einhergeht mit einer stetigen Nachfrage. "Die vielen Lebensmittelskandale in den letzten Jahren haben ja zu einem anderen Bewusstsein für die Ernährung beigetragen", so Gahlert.

Vegetarische und vegane Lebensmittel sind in der Gesellschaft angekommen: Vom Mikro-Kosmos einst in den Lebensmittel-Einzelhandel heute. Und damit kein leichtes Unterfangen für die Mitarbeiter von Absolute Vegan Empire. "Die Ansprüche an einen Online-Shop sind in den letzten Jahren auch gestiegen", wissen John Gahlert und Marina Holzgartner. Die Themen für den Online-Shop: Technologie, Auffindbarkeit in den Suchmaschinen, Online-Marketing, Verfügbarkeit der Produkte, Nutzbarkeit der Seite, Service. "Wir haben schon sehr treue und loyale Kunden", erzählt Marina Holzgartner. Dennoch sind in den vergangenen Jahren die Erwartungen der Kunden immer mehr gewachsen. Dazu zählen mehr Frauen als Männer, berichten beide. Und, sie sind darüber nicht erstaunt: Die Zahl der älteren Kunden nimmt zu.

Expansion im Fokus

Was das Team immer wieder beschäftigt: Der Online-Einkauf soll Spaß machen. Das Shop-System, der technische Hintergrund der Seite, ist in den Jahren mitgewachsen. "Fast eine Eigenentwicklung", sagt Gahlert. Ständige Themen sind die Anbindung an das Logistik-System und natürlich die Stabilität der Server-Computer, die die Daten bereithalten und ausliefern.

Was steht in der Zukunft an? Marina Holzgartner und John Gahlert brauchen nicht lange zu überlegen. "Wir wollen in den internationalen Markt expandieren", berichten sie. Europa bietet in diesem Segment der Lebensmittel nach ihren Überlegungen großes Potenzial. "Und wir wollen künftig ausbilden", sagt Marina Holzgartner, wenn es um Ziele geht.

Ein Aspekt, der den E-Commerce-Fachmann Gahlert nachdenklich macht. "Es ist schon eine große Herausforderung, die wirklich guten Fachleute in unserer Branche in die Oberpfalz zu bekommen", so seine Erfahrungen. Immer mehr der Fachkräfte zieht es in die Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München. "Wir sind dennoch zuversichtlich", strahlt er. Es geht nicht nur ihnen, sondern allen Mitarbeitern darum, der Sache und mehr noch der Idee zu dienen. Es geht um Nachhaltigkeit, um gesunde Ernährung, um vegetarische und vegane Lebensmittel.

Espresso für die Welt

"Weil es am Ort keine guten Espressobohnen gab!" Die Antwort auf die Frage nach der Idee für einen Online-Shop für Espressomaschinen und Zubehör fällt Ines und Walter Wildenauer aus Wiesau im Kreis Tirschenreuth leicht. "Das war 1999, im April." Aus dem kleinen Versand für wenige, ausgewählte Sorten ist ein Online-Shop mit über 500 Artikeln von 25 verschiedenen Röstereien geworden, so die Wildenauers.

Die beiden bekennenden Italien-Fans wollten ihre Liebe zum Espresso mit anderen teilen und machten einfach aus der Not eine Tugend: "Wir wollten den Kaffee, den wir gerne trinken auch im Haus haben." Zur Deckung des Eigenbedarfs und als Ergänzung zum Familieneinkommen nach der Geburt eines Kindes hat Ines Wildenauer mit Hilfe ihres Mannes Walter einen kleinen Versand gestartet. Die heute 52-Jährige erledigte im Vorfeld schon Buchhaltungsarbeiten für kleinere Unternehmen und bekam so einen ersten Einblick in die Welt des aufkeimenden Online-Handels.

Die Entscheidung, mit einem eigenen Laden im Internet an den Start zu gehen, war einfach: "Bevor es jemand anders macht, haben wir es selbst getan." "Damals war das Internet noch nicht sehr verbreitet", erinnert sich Walter Wildenauer. "Ich weiß noch, wie sich ein Modem anhört."

Die Gestaltung einer eigenen Internetseite mit der damals verfügbaren Software war dann doch etwas "aufwendig". "Es gab ja nur die Inter-Shop-Varianten für die ganz großen Unternehmen. Das kam für uns nicht in Frage." Das erste Bestellformular, das aus einer reinen Warenpräsentation im Internet einen Shop machte, war noch ein "handgeschriebenes Programmier-Skript", das es komplett auszufüllen galt. "Danach kam dann eine E-Mail bei uns an und wir haben die Päckchen geschnürt."Ines Wildenauer lacht: "Ich habe dann abends immer bei den Kunden angerufen und mich für die Bestellung bedankt. Damals ging das noch." Bei rund 3000 Stammkunden ist das mittlerweile nicht mehr möglich. Aber "die kaufen ja nicht jeden Tag ein."

Mit dem Boom der Kaffeevollautomaten Mitte 2000 ging das Geschäft richtig los. "Die Nachfrage nach Bohnen stieg mit der Verfügbarkeit der Geräte." Der Online-Shop brauchte eine Überarbeitung. "Ein Programmierer hat uns anfangs eine Bestellseite gebaut. Seit 2005 gibt es ein Komplettpaket vom Internetanbieter." Erscheinungsbild der Seite, Warenwirtschaft, Kundenstamm und Finanztransaktionen: Die Wildenauers konnten nun alles eigenständig und am Computer im Heim-Büro erledigen. "Ganz am Anfang haben wir sogar noch Einzugsermächtigungen ausgefüllt - mit der Hand."

Solche manuellen Vorgänge sind angesichts der Menge an Produkten, Kunden und deren Herkunftsländer derzeit kaum noch denkbar. Im Untergeschoss des Wohnhauses füllen die Produkte für Espressofans mehrere Regale. Bohnen, Süßigkeiten, Pastillen und neuerdings auch Espresso für Kapselmaschinen - weil die Nachfrage nach dem "Lifestyleprodukt" wächst - warten hier auf den Versand. "Demnächst muss ich noch ein neues Regal aufstellen", witzelt Walter Wildenauer während er eine große Schachtel mit Dosen zur Seite schiebt. Lager und Versand im eigenen Keller senken die Kosten. "Wir haben ja kein Ladengeschäft in Wiesau. Das würde gar nicht gehen."

Die Technik, die hinter dem Online-Shop steckt, basiert bei Ines und Walter Wildenauer auf einem sogenannten E-Pages-Komplettpaket ihres Internet-Anbieters. Das Erscheinungsbild erstellen die beiden Wiesauer eigenständig. "Wir sind auch in der Gestaltung eher konservativ. Übersichtlichkeit geht vor Schnick-Schnack." Um im Internet als Händler überhaupt gefunden zu werden, ist eine gute Platzierung bei den Ergebnissen der Google-Suche unerlässlich.

"Wir sind seit 15 Jahren unterwegs. Da haben wir schon einen Platz auf der ersten Seite der Trefferliste." Eine Veränderung des Internetauftritts nach sogenannten SEO-Gesichtspunkten (Search Engine Optimization = Suchmaschinen-Optimierung) ist laut Walter Wildenauer immer im Blick, aber für den eigenen Shop nicht ausschlaggebend. "Es gibt nur wenige Mitbewerber auf dem Markt. Und wer weiß schon genau, wie Google wirklich tickt."

"Wir haben Bestellungen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Dänemark und Finnland. Die Nordlichter sind offensichtliche große Kaffeetrinker." Täglich kurz nach dem 12-Uhr-Läuten steht ein Lkw vom Paketdienst vor dem Haus und holt die Ware ab. "Im Internet musst du schnell sein, sonst bist du weg vom Fenster", weiß Walter Wildenauer. "Bestellungen, die vormittags eingehen, müssen am gleichen Tag in den Versand. Die Kunden sind anspruchsvoller geworden, sie geben aber gerne Geld für gute Produkte und guten Service aus."

Die Liebe zur Kaffeebohne erfordert bei den Wildenauers auch weite Wege. "Wir entdecken und besuchen in Italien auch immer wieder kleine Röstereien, die ansonsten keiner kennt." Für die Zeit des "Arbeitsurlaubs" musste in der Anfangszeit der Online-Shop auch mal "geschlossen werden". Mittlerweile übernimmt der Nachwuchs das Tagesgeschäft während dieser Reisen. Ein Laptop ist aber immer mit dabei." Für den Fall der Fälle."

Internetmarktplätze, wie Amazon, Ebay und Co. kommen für die beiden Wiesauer nicht in Betracht. Die Provision dort ist einfach zu hoch. Obwohl es nie das Ziel des Shops sein sollte, die alleinige Existenzgrundlage zu sein, war es für Ines und Walter Wildenauer, der als Beamter in Weiden arbeitet, die "perfekte Möglichkeit", Familienleben mit Kindern und den eigenen Eltern unter einen Hut zu bekommen. "Das ist eher ein Halbtagsjob, der sich gut trägt. Espresso ist schließlich kein Massenprodukt, sondern für Genießer", erzählt Ines Wildenauer, während sie einen Espresso zubereitet. "Eine normale Kaffeemaschine haben wir nicht."

Handarbeit aus der Region

Eine Strickmütze verkaufen ist eigentlich einfach. Schwieriger wird die Aufgabe, wenn die Kopfbedeckung 119 Euro kostet. Anna Osterhage aus Amberg beschreibt das treffend: "Man ist ja verrückt." Seit 2011 hat die 34- jährige Designerin ihre eigene Modemarke am Start: "Waschechter Bayer". Das Internet ermöglicht es ihr, im eigenen Online-Shop die Produkte zu verkaufen. "Wir haben unseren besonderen Anspruch an unsere Produkte: regionale Rohstoffe und Handarbeit." Osterhage beschreibt den Grund für den, wie sie selbst bemerkt, hohen Preis.

"Aber wenn man den Menschen gut erklärt, dass da hochwertige regionale Produkte verarbeitet sind und rund sechs Stunden Handarbeit in einer einzigen Mütze stecken, dann verstehen die Kunden das. Ohne den Online-Shop wären diese Produkte kaum zu vermarkten." Mittlerweile beliefert "Waschechter Bayer" Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Russland. "Wir haben sogar einen Kunden aus Schweden," freut sich Anna Osterhage.

Individualität zählt

Rund 300 verschiedene Artikel gibt es derzeit im Shop. Mützen Jacken, T-Shirts und Accessoires - alles selbst entworfen und einzeln gefertigt. Für die Strickprodukte sind derzeit mehrere Frauen im Einsatz. Eine davon, Hedi, ist auf dem Label der Mützen abgebildet. Aber nicht nur die Entwürfe und Herstellung der Produkte macht viel Arbeit. Etwa einen Tag arbeitet Anna Osterhage daran, zehn neue Mützen in den Online-Shop aufzunehmen. "Pro Jahr summiert sich das auf etwa drei Monate reine Shop-Zeit." So individuell wie die Produkte soll auch deren Beschreibung im Shop sein. "Suchmaschinen mögen keine kopierten Texte."

Pro Mütze gibt es da schon mal eine Waschanleitung für Anfänger und eine für Profis. Das kostet Zeit, die sich aber lohnt. Suchmaschinenoptimierung ist bei "Waschechter Bayer" ein Thema, dem sich die Macher dahinter stellen. "Ohne gute Treffer bei Google geht es gar nicht", betont Osterhage. Das Programm, auf das der Online-Shop aufbaut, bietet zwar schon einige Einstellungen, aber Individualität wird eben groß geschrieben. "Guter Inhalt rutscht schnell nach vorne auf den Trefferlisten", ist sich Anna Osterhage sicher.

Ein Blog, den die 34-Jährige auch auf der Shopseite veröffentlicht, trägt ein Übriges bei. "Das läuft allerdings derzeit noch unter dem Stichpunkt 'News' bei uns." Maximal 14 Tage will Osterhage vergehen lassen, ohne dass es Neues zu lesen gibt.

"Wir spielen aber auch in den wichtigen Netzwerken mit." Facebook, Google+, Pinterest und Youtube gehören Osterhages Meinung nach zu den unverzichtbaren Plattformen, um ihre Produkte und den Shop bekannt zu machen und im Gespräch zu bleiben. Das war aber nicht immer so. In der Anfangszeit des Unternehmens hat die 34-Jährige einiges an Zeit investiert und Lehrgeld gezahlt. "Ich war ziemlich naiv. Und bald hab ich gemerkt: 'So funktioniert das nicht'. Das kann ich nun mit drei Jahren Erfahrung sagen."

Der Online-Shop ist für Osterhage unverzichtbar geworden. Er bringt aber auch negative Erscheinungen mit sich. "Kunden bestellen Ware und schicken diese dann nach 14 Tagen zurück. Die stricken einfach mal das Muster nach." Das Ergebnis ist laut Osterhage zwar ähnlich, aber an die Originale kommt es nicht ran. "Das gehört wohl bei den Nutzern zur Normalität dazu." Viel mehr "Stress" macht es, wenn eine Kunde irgendwo auf der Welt einen Artikel im Shop entdeckt hat und dann eine Sonderbestellung daraus wird. "Im Regelfall ist dann genau diese Produkt mit genau dieser Farbe nicht auf Lager. Oder aber der Kunde hat einen Kopfumfang von 62 cm."

Dann greifen die guten Strickgeister im Hintergrund schnell zu Nadeln und Wolle, um einen weiteren Kunden glücklich zu machen.
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