Kino-Attentäter Holmes entgeht Todesstrafe

Der, um den alles geht, wirkt völlig ungerührt. Äußerlich reglos nimmt James Holmes das Urteil entgegen, das die Geschworenen am Freitag (Ortszeit) in Centennial bei Denver über ihn sprechen: Ein Leben im Gefängnis, ohne Chance auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung. Aus Sicht vieler Hinterbliebener scheint es keine ausreichende Strafe zu sein für den Tod von zwölf Menschen, die Holmes nicht einmal kannte. Sie starben, als er vor drei Jahren mit Schrotflinte, Sturmgewehr und Pistole auf Menschen in einem Kino in der Stadt Aurora schoss.

Schockiert und fassungslos nehmen Freunde und Angehörige die Worte zur Kenntnis, die Richter Carlos Samour von Papier abliest, das die Geschworenen kurz zuvor in den Gerichtssaal gebracht hatten. Einige schluchzen, andere schütteln ungläubig den Kopf. Holmes' Mutter weint still, als sie bei den Verteidigern dem Ausgang des Prozesses gegen ihren Sohn lauscht. Ihr Mann legt den Arm um sie. "Mir macht es nichts aus, dass er nicht die Todesstrafe bekommt", sagt die Mutter der getöteten 24-jährigen Reporterin Jessica Ghawi. "Aber ich weiß, dass andere Angehörige sehr bestürzt sind." Die Uneinigkeit der Geschworenen ist es, die Holmes das Leben rettet - denn für die Todesstrafe wäre ein einstimmiges Urteil notwendig gewesen.
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