Kirchenbau während Nazizeit

Vereine und Bürger zogen mit der Moosbacher Blasmusik zur Kirche, um das Patrozinium zu feiern. Bilder: gi

Nicht viele Kirchen wurden in der Nazizeit gebaut. Aber die Gläubigen aus Tröbes schafften es und errichteten vor über 80 Jahren eine eigene Dorfkirche. Als Schutzpatron entschieden sie sich für "Johannes den Täufer".

Das Kirchenpatrozinium feierte das Dorf am Sonntag mit einem Festgottesdienst, der gut besucht war. Die Moosbacher Blasmusik geleitete die Feuerwehren Gaisheim, Tröbes und Saubersrieth-Niederland sowie den Kriegerverein Tröbes mit ihren Fahnenabordnungen zur Kirche. Dabei waren auch die Bürgermeister Hermann Ach und Fritz Steinhilber sowie einige Gemeinde-, Pfarrgemeinde- und Kirchenräte.

Musikalische Glanzpunkte

Der Kirchenchor Tröbes setzte musikalische Glanzpunkte beim Festgottesdienst. Für die Lesungen sorgte die Sprecherin des Pfarrgemeinderates Elisabeth Völkl. Pfarrer i. R. Hermann Schötz sprach über den Mut der Gläubigen von Tröbes, mitten in der schlimmen Nazizeit eine Kirche zu bauen. Dass damals Johannes der Täufer als Kirchenpatron gewählt wurde, bezeichnete er als Aufschrei und Hinweis an die Adresse der Regierenden im Dritten Reich. Er nannte Johannes einen weltoffenen Heiligen, der die Niedrigkeit der Menschen und die Menschlichkeit von Jesus erkannte.

Auch heute wollen viele Menschen eine Welt ohne Gott, zeigte sich der Geistliche besorgt. Er bat die Gläubigen aber, geduldig auszuharren, zu leben und auf die Ankunft Gottes zu warten. "Wir alle sollten auf Gott zugehen und viele andere mit auf den Weg nehmen", empfahl Schötz.

Frühschoppen am Kirchplatz

Nach dem Gottesdienst bedankte sich Josef Schafbauer vor dem Gotteshaus bei dem Geistlichen. Anschließend zogen Vereine, Ehrengäste und Pfarrer Hermann Schötz mit der Musikkapelle durch das Dorf, um die Bevölkerung auf das Kirchenpatrozinium festlich einzustimmen. Dann wurde auf dem Kirchplatz beim Frühschoppen gefeiert.
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