Kirchliche Kritik an der Lehre des reinen Gewinnstrebens
Gegen Freiheit des Profits

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, hat ein falsches Freiheitsverständnis in der Moderne beklagt. In seiner Osterbotschaft am Sonntag sagte er, das gesellschaftliche Leitbild der Freiheit werde durch reines wirtschaftliches Gewinnstreben und Egoismus korrumpiert. "Eine Freiheit, die sich bindungslos entfaltet und die orientiert ist am ökonomischen Profit, läuft ins Leere und schlägt um in Unfreiheit und blinde Anpassung", mahnte der Erzbischof von München und Freising.

Der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nahm in seiner Predigt am Sonntag in München vor allem die Krisenherde der Welt in den Blick. Die Osterbotschaft sei wichtig für die Menschen etwa in Syrien, im Irak und in Nigeria, die in den vergangenen Monaten auf Frieden gehofft hatten - und erleben mussten, dass "die Gewalt nicht gestoppt, geschweige denn überwunden werden" konnte.

Die Auferstehung Jesu ist nach Worten des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick ein Protest gegen Krieg und Terror, aber auch gegen die Zerstörung der Natur. Der auferstandene Christus rufe die Menschen auf, nach Gerechtigkeit, Frieden, Einheit und Solidarität zu streben, sagte Schick in seiner Predigt in der Nacht zum Sonntag im Bamberger Dom.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sagte, es sei Aufgabe der Christen, für soziale Gerechtigkeit einzutreten und für einen Lebensstil des Maßhaltens. Er sprach sich gegen Sterbehilfe, Abtreibung und die Todesstrafe aus, denn das alles stünde im Widerspruch zur Botschaft von Kreuzestod und Auferstehung.
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