Kirchliches Arbeitsrecht: Lesbische Frau heiratet Freundin - "Loyalitätsanforderungen"
Hortleiterin verliert Arbeitsplatz

Eine lesbische Hortleiterin verliert ihren Arbeitsplatz beim katholischen Sozialverband Caritas, weil sie mit ihrer Freundin eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingeht. "Caritas und Hortleiterin werden das Dienstverhältnis im beiderseitigen Einvernehmen beenden", erklärte am Dienstag die Sprecherin des Caritasverbandes Adelheid Utters-Adam.

Die Chefin des Hortes in Holzkirchen (Kreis Miesbach) hatte die Eltern in einem Brief unterrichtet. "Ich werde im Juli meine Freundin heiraten", schreibt sie. Dies sei aber mit der Grundordnung des kirchlichen Dienstes nicht vereinbar. Sie müsse daher die Leitung des Hortes aufgeben. Auch die Caritas-Geschäftsführerin im Kreis Miesbach, Beate Haslinger-Naß, kommt zu Wort. Die Mitarbeiterin habe eine Entscheidung getroffen, "die meinen Respekt und meine Anerkennung findet".

Tätigkeit ausgeschlossen

Utters-Adam ergänzte, dass die Grundordnung des Dienstes auch für die Mitarbeiter des Sozialverbandes gelte. Sie treffe zwar keine Aussagen zur sexuellen Orientierung eines Menschen und schließe homosexuelle Mitarbeiter nicht aus. "Allerdings schließt die Grundordnung bei eingetragener Lebenspartnerschaft eine Tätigkeit als Führungskraft vor allem auch im erzieherischen Dienst aus", betonte Utters-Adam. Das kirchliche Arbeitsrecht sehe gerade für das leitende Personal besondere Loyalitätsanforderungen vor, ergänzte Bistumssprecher Bernhard Kellner.

Die Landtags-Grünen reagierten enttäuscht. "Das geht gar nicht mehr in heutiger Zeit", sagte die religionspolitische Sprecherin Ulrike Gote. Der Staat solle nur Einrichtungen finanziell fördern, die diskriminierungsfrei arbeiten. Auch betroffene Eltern reagierten mit Unverständnis. "Das ist völlig lebensfremd", wird eine Mutter zitiert. "Dass sie deswegen gehen muss, finde ich untragbar."
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