Kirwa-Gesellschaft präsentiert ein umfangreiches Programm - Auftakt mit Rocknacht - Ehemalige ...
Jubiläumsfeier, die es in sich hat

Bei der Kirwa-Gesellschaft steht ein alles andere als alltägliches Jubiläum vor der Tür: Die aktuellen und ehemaligen Burschen und Madla feiern von Freitag bis Sonntag 100 Jahre Kirwa Speichersdorf.

Mit vielen pfiffigen Ideen haben die Organisatoren des heute etwa 30 Aktive zählenden Vereins ein Jubiläumsprogramm zusammengestellt. Von Anfang an waren sich alle einig: Auf die traditionelle Kirwa vom 7. bis 12. Oktober wird auf keinem Fall verzichtet. Edmund Fichtner hat in einer Festschrift Anekdoten und Abenteuer der Burschen und Madla früherer Generationen zusammengetragen.

Das waren noch Zeiten, als man beim Rumspielen den Festbraten klaute und erst gegen eine Auslöse wieder zurückgab. Früher stellte die Kirwa-Gesellschaft auch immer einen Kirwabaum auf - ein Brauch, der später vom jährlichen Maibaumaufstellen abgelöst wurde.

Auch ein Treffen der Nachkriegsjahrgänge ist geplant. Es gipfelt im großen Auftritt der Ehemaligen, die am Sonntag aufspielen. Sie haben fleißig "Kirwaliedla" gedichtet - jede Generation in ihrer Art. Das Augenmerk richtet sich dabei besonders auf die Senioren der Gesellschaft, alle jenseits der 80 Jahre und noch immer hellauf begeistert, wenn es um die Kirwa geht. Die Gästen können sich überraschen lassen, ob die Senioren auch mit aufspielen.

Selbst wenn acht Frauen und Männer wegen Heirat keine Kirwaburschen und -madla mehr sein können und der Gesellschaft ein größerer Generationswechsel ins Haus steht: Um die Zukunft muss dem Verein nicht bange sein. Der Nachwuchs steht in den Startlöchern. Am anderen Ende der Alterspyramide stehen nämlich mit einer Reihe von 14- bis 17-Jährigen die Garanten für die Fortsetzung des Brauchtums.

Mit fast jeder dieser Generationen sind Erinnerungen verbunden. So wurde Anfang der 90er-Jahre das Kirwaaus- und -eingraben eingeführt. Unvergessen bleibt die Kapelle Fraunholz, später Dorsch, die "Haus- und Hofkapelle" der Kirwa, schreibt Fichtner in der Festschrift. "Das virtuose Trompetenspiel vom Durschn Hans prägte die Kapelle und das Gstanzl-Singen im Besonderen."

Oder des Chronisten Blick auf die 60er-Jahre, als trotz Twist und Minirock nur Burschen zu sehen waren: "Gab es da wohl keine Madla oder waren die Kirwaburschen zu schüchtern?", lässt Fichtner offen.

Jahrzehntelang brauchten die Burschen und Mädchen auch keine Kirche, um Kirchweih zu feiern. Die stand nämlich in Wirbenz. Das änderte sich erst 1954 mit der Einweihung der evangelischen Christuskirche.

Heutzutage ist das Aufspielen der Höhepunkt jeder Kirchweih. Dabei werden verschiedenste Begebenheiten im Ort schelmisch und süffisant auf die Schippe genommen. "Das ist für den einen oder anderen schon mal ganz schön hart geworden - Pfarrer und Bürgermeister nicht ausgenommen", erklärt Fichtner. Gespannt darf man deshalb sein, welche "Gschichtla" und "Gedichtla" die Ehemaligen beim Aufspielen am 23. August erzählen werden.

Ansonsten startet das Jubiläumsfest rund um das Feuerwehrhaus Speichersdorf am Freitag um 21 Uhr mit der Rocknacht im Anbau. Die sechsköpfige Coverrock-Band "Aeroplane" aus dem Nürnberger Land hat Songs bekannter Gruppen und Künstlern im Gepäck.

Das Musikprogramm könnte nicht gegensätzlicher sein. Nach dem deftig-rockigen Freitagabend wird es fetzig-boarisch. Am Samstagabend gibt ab 20 Uhr das Trio "Gipfel Gaudi" aus Nagel sein Debüt. Wer auf zünftige Musi mit Gaudi und Stimmung steht, der kommt an diesem Abend auf seine Kosten. Werner Stretz, Bernie Kretschmer sowie Stefan Wächter präsentieren Volkstümliches, Pop, Rock und Evergreens.

Die Höhepunkte des Sonntags sind der Festgottesdienst um 10 Uhr mit Reimprediger Pfarrer Professor Dr. Reinhold Friedrich und das Aufspielen der Ehemaligen ab 14 Uhr. Dazu können die Besucher viele kulinarische Schmankerln genießen: Steaks, Bratwürste, Fisch, Lachs und Käse sowie natürliche diverse Getränke.

Zur Mittagszeit stehen Sauerbraten und Krenfleisch auf der Speisenkarte, und am Nachmittag gibt es Kaffee, Kuchen und "Küchla".

Die Kleinen kommen auch nicht zu kurz: Für sie stehen Mandelrösterei, Eisstand und Hüpfburg bereit.
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