Kläger muss Geld zurückzahlen
Bienenzuchtverein gewinnt gegen Ex-Vorsitzenden

Symbolbild: dpa
Weiden. (rns) Der Vorsitzende arbeitete nicht ganz unentgeltlich. Auch nachträglich sollte ihm der Bienenzuchtverein noch Geld überweisen. Mit einer Klage scheiterte der 61-Jährige jetzt auf ganzer Linie. Er muss sogar noch Geld zurückzahlen.

Die Klage des früheren Vorsitzenden des Bienenzuchtvereins wurde abgewiesen, der Widerklage in fast vollem Umfang stattgegeben: Am Dienstag verkündete Richter Josef Hartwig das Urteil. 1380 Euro muss der Architekt an den Verein zurückzahlen. Während seiner fast zehnjährigen Amtszeit hatte sich der 61-Jährige Gelder für Tätigkeiten überweisen lassen. Angeblich "architektentypisch" sei seine Arbeit bei der Beantragung eines Kanalanschlusses für das Bienenheim gewesen. Bei einem Stundensatz von 75 Euro plus Mehrwertsteuer hatte er sich dafür beispielsweise 400 Euro für vier Stunden anweisen lassen.

Vor zwei Jahren abgetreten

Der damalige Kassier führte die Zahlungsanweisungen kritiklos aus Kassenrevisorin war eine nahe Verwandte des Vorsitzenden. Nachdem es Unruhe im Verein gegeben hatte und der Chef vor knapp zwei Jahren hatte abtreten müssen, verklagte der Rothenstädter seinen Verein mit Hilfe von Rechtsanwalt Bernhard Schlicht auf weitere 2490 Euro plus seine Anwaltskosten. Vorträge, Beantragung von Varroa-Zuschüssen beim Freistaat und Zusammenstellung von Lehrgangsunterlagen sollten honoriert werden.

Dem hielten Alexander Ederle, der jetzige Vorsitzende, und Rechtsanwältin Elisabeth Merk entgegen, dass dies ehrenamtlich zu erbringende Leistungen eines Vereinsvorsitzenden gewesen seien. Mitglieder des Bienenzuchtvereins hatten die Verhandlungstage zahlreich begleitet. Wie sie zornig feststellten, sei für eine Kanalanschlussbeantragung kein Architektenkönnen nötig. Dies bestätigten fachkundige Zeugen vor Gericht. Dass für Vorträge Honorare gezahlt würden, sei im Vereinsleben - außer bei hochrangigen Referenten - völlig unüblich, berichtete ein Verbandsfunktionär. Und gerade die Beantragung von Zuschüssen für die Bekämpfung der Bienenseuche zähle doch zu den ehrenamtlich zu erbringenden Leistungen eines Bienezuchtvereinsvorsitzenden.

Doppelt abgerechnet

Auch die Rückzahlung von "versehentlich" doppelt abgerechneten Reisekosten und ausstehender Mitgliedsbeitrag samt Rückbuchungskosten war Teil von Merks Widerklage. In der Urteilsbegründung stellte Richter Hartwig fest, dass nach der Beweisaufnahme völlig klar gewesen sei, dass die Forderungen des früheren Vorsitzenden keinen Bestand hätten. Die gesamten Kosten des langwierigen Rechtsstreits muss der Kläger tragen.
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