Klaus Högl feiert heute 70. Geburtstag - Fußballkenner, freier Mitarbeiter, Mordermittler und ...
Leben ohne FC und AZ kaum vorstellbar

Kümmersbruck. (tk) Es sind die kleinen, fast beiläufigen Situationen, die manchmal über Karrieren entscheiden. Bei Klaus Högl war das so. Als er als Bub eines Abends ohne Licht durch seine Lengenfelder Heimat radelte und deswegen Ärger bekam, wuchs zum ersten Mal in ihm der Gedanke, Polizist werden zu können. Dann hätte er im Wiederholungsfall womöglich keine Strafe zu befürchten, dachte er sich damals.

Högl, der heute 70 Jahre alt wird, erzählt diese Geschichte gerne. Dokumentiert sie doch, dass der spätere Hauptkommissar auch einen anderen Beruf hätte ausüben können. Betriebsschlosser zum Beispiel. Doch die Lehre in der Maxhütte erwies sich nicht als Traumjob, die Ausbildung in Nürnberg bei der Bereitschaftspolizei dagegen schon. 1969 kam Högl nach Amberg zurück, ein Jahr später zur Kripo, die damals noch am Hallplatz angesiedelt war und der er bis zu seiner Pensionierung 2005 treu blieb.

Täter wurde nie gefasst

In dieser Zeit war Klaus Högl auch mit der Bearbeitung von spektakulären Fällen beauftragt: zum Beispiel dem Kalweit-Mord, dem Taxi-Mord am Berg oder dem Tod von Klaus-Peter Beer, der von Rechtsradikalen verprügelt und in die Vils geworfen wurde, in der er ertrank. Ein Fall hat Högl aber nie richtig losgelassen, der von Gertraud Kalweit, die tot im Stadtgraben lag: "Wir wussten, dass es ein amerikanischer Soldat war." Doch der Täter wurde nie gefasst.

Zweite Heimat FC-Stadion

Wäre die Aufgabe als Spurensicherer und Ermittler nicht so bedeutend und die Verbeamtung nicht so lukrativ und krisensicher gewesen, der Lengenfelder hätte auch bei der Amberger Zeitung landen können. Aus einer Festanstellung wurde wegen der Polizeiarbeit nichts, aber als freier Mitarbeiter hat Högl Maßstäbe gesetzt. Seit ihn der damalige Sportchef Georg Gruber Anfang der 70er Jahre anheuerte und von der Konkurrenz loseiste, schrieb der ausgewiesene Fußballkenner, der privat lange Jahre zuvor Stammgast beim 1. FC Amberg war, unzählige Vor- und Spielberichte über seinen Lieblingsverein, der zu einer zweiten Heimat geworden ist.

Ob beim TSV Vestenbergsgreuth (heute Greuther Fürth), FC Augsburg, bei Jahn Regensburg, beim FC Ingolstadt oder beim TSV 1860 München, wenn der 1. FC auswärts gegen heutige Bundesligisten kickte, Högl war dabei - ohne Handy oder Laptop. Dafür aber mit jeder Menge Markstücken, denn irgendwie musste der Spielbericht ja noch aktuell ins Blatt.

War der Lengenfelder zum ersten Mal in einem für ihn neuen Stadion, hielt er zunächst Ausschau nach einer Telefonzelle, denn die war nach Schlusspfiff die Garantie dafür, dass der AZ-Leser alles über die Erfolge und Niederlagen des 1. FC erfuhr. Högl gab den Text am Hörer durch, in der Redaktion hauten Georg Gruber, später Robert Stammler und Erich Lobenhofer in die Tasten.

Auch politisch aktiv

Auch heute ist Högl immer noch für die AZ im Einsatz: In Ammerthal, in Vilseck, in Amberg und natürlich in erster Linie in seiner Kümmersbrucker Heimat, in der er von 1990 bis 2002 für die SPD im Gemeinderat saß und wo er zehn Jahre lang Vorsitzender des OVV war, in dem alle Verbände und Vereine organisiert sind.

Wer Klaus Högl heute zum 70. Geburtstag gratulieren möchte, wird kein Glück haben. Denn der Jubilar weilt noch für ein paar Tage im Mittelmeer auf der Insel Elba.
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