Klimadaten aus dem All

Als Programm zur Beobachtung der Erde soll Copernicus Daten zu Klima oder Wachstum liefern. Dafür schicken EU und Weltraumorganisation Esa einen weiteren Satelliten ins All.

Mit einem neuen Satelliten der Sentinel-Serie will sich Europa einen Vorsprung bei der Klima-Kompetenz sichern. Per Vega-Rakete brachte die europäische Arianespace am Dienstag einen weiteren Satelliten für das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus ins All. Von dort lassen sich nach Experten-Angaben mehr als die Hälfte der klimarelevanten Parameter beobachten. Bis 2021 wollen Europäische Kommission und die europäische Weltraumorganisation Esa zehn Sentinel-Satelliten (englisch für Wächter) um die Erde kreisen lassen. Sie sollen umfassendes Material über Entwicklung und Nutzung der Erde sammeln.

Frei zugänglich

Von den weitgehend frei zugänglichen Daten erhoffen sich die Auftraggeber nach Angaben vom Dienstag im südamerikanischen Kourou Möglichkeiten für schnelle Hilfe bei Katastrophen oder gezielte Reaktionen auf Ernteprobleme. Die Entwicklung des Klimas soll analysiert und das Wachstum von Städten erfasst werden. Auf Grundlage der Informationen können Politiker etwa über Strukturmaßnahmen entscheiden. Die Daten stehen auch Unternehmen, Landwirtschaft oder Wissenschaft zur Verfügung.

Kritisiert wird Copernicus wegen Möglichkeiten zur Grenzsicherung. So können etwa auch Flüchtlingsströme erfassen werden. Die Vega-Rakete startete am Dienstagmorgen um 3.52 Uhr deutscher Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Nach knapp 55 Minuten erreichte der Satellit Sentinel-2A seine Position im All. Der von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen am Bodensee gebaute, 1140 Kilo schwere Flugkörper kreist in einer Höhe von 786 Kilometern um die Erde.
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