Klimagipfel "Hoffnung der Menschheit"

Bedächtige Zuhörer: US-Präsident Barack Obama (Mitte) und sein Außenminister John Kerry (rechts) bei der Eröffnung des UN-Klimagipfels. Obama räumte auf der Konferenz eine Mitverantwortung seines Landes an der Klimaproblematik ein. Bild: dpa

Nicht einmal zwei Wochen sollen die Wende bringen. Beim Klimagipfel in Paris suchen 195 Länder einen Weg, die Erderwärmung zu stoppen. Zum Auftakt legten sich die Spitzenpolitiker rhetorisch ins Zeug.

(dpa/epd) Zum Auftakt des UN-Klimagipfels bei Paris hat Gastgeber François Hollande die Konferenz zu ehrgeizigen Beschlüssen gedrängt. "Auf Ihren Schultern ruht die Hoffnung der gesamten Menschheit", appellierte Frankreichs Präsident am Montag an die mehr als 150 versammelten Staats- und Regierungschefs. Rückendeckung bekam er von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Ein politischer Moment wie dieser kommt vielleicht nicht wieder", sagte Ban zu Beginn der Gespräche im Pariser Vorort Le Bourget.

Bis zum 11. Dezember sprechen die Vertreter von 195 Ländern und der EU über ein Klimaabkommen, das den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen soll. Ziel ist es, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten. Der chinesische Staatschef Xi Jinping forderte Solidarität der Industriestaaten mit den übrigen Ländern ein. Bei den Klimaschutzzielen sollten unterschiedliche Gegebenheiten berücksichtigt werden. Weniger entwickelte Staaten müssten trotz Klimaschutz den Lebensstandard ihrer Bevölkerung steigern können. Die unterschiedliche Ausgangslage von Industrie- und Entwicklungsländern belastet die Klimaverhandlungen seit Jahren. Ärmere Länder verlangen etwa finanzielle Unterstützung der entwickelten Staaten, die für den Löwenanteil des bisherigen Ausstoßes an Treibhausgasen verantwortlich sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängte ebenfalls zu Fortschritten: "Wir wissen, wir müssen heute handeln. Das muss der Anspruch dieser Konferenz sein", sagte Merkel. Sie erneuerte ihre Forderung, im Laufe des Jahrhunderts aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen. Die für den Klimawandel verantwortlichen Industriestaaten müssten für die sogenannte Dekarbonisierung die Technologie entwickeln und den armen Ländern zur Verfügung stellen.

Emotional zeigte sich US-Präsident Barack Obama, der vor nationalem Egoismus warnte. Der nächsten Generation müsse eine lebenswerte Welt hinterlassen werden. Die USA erkenne nicht nur ihre Rolle bei der Schaffung des Problems an: "Wir nehmen auch die Verantwortung an, etwas dagegen zu tun." Bis Samstag sollen die Delegationen einen neuen Textentwurf für ein neues Klimaabkommen vorlegen. Über die dann noch strittigen Punkte wird kommende Woche auf Ministerebene verhandelt. (Seite 2)
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