Kluge Strategie für Hochschule

Die Führungsspitze der OTH wird sich zum Beginn des Wintersemesters am 1. Oktober komplett verändern: der bisherige Vizepräsident Reiner Anselstetter, die neue Präsidentin Andrea Klug, Hochschulratsvorsitzender Christian Engel und Senatsvorsitzender Ulrich Müller (von links). Bild: Hartl

Eine klare Entscheidung: Mit 17:3 Stimmen wählte der Hochschulrat der OTH Amberg-Weiden in geheimer Abstimmung Andrea Klug (50) zur neuen Präsidentin. Die Juristin setzt auf Qualität in der Lehre, sie will neue Zielgruppen bei den Studierenden erschließen.

Amberg/Weiden. (cf) Deutlicher als erwartet siegte die bisherige OTH-Vizepräsidentin im Finale um die Nachfolge von Präsident Erich Bauer. Er hatte den reibungslosen - hausinternen - Übergang maßgeblich mitgestaltet. "Frau Klug weiß, wie Wissenschaft funktioniert", sprach Bauer deshalb von einer "klugen" Wahl des 20-köpfigen Hochschulrats. Der scheidende Präsident lobte sie als "klar strukturiert, verlässlich und mit politischem Gespür". Klug sei kreativ, nie verbissen und nehme sich selber nicht so wichtig.

Dem Vernehmen nach hatten sowohl Klug als auch ihr Gegenkandidat, der an der Hochschule Augsburg lehrende Professor Dr.-Ing. Christian Märtin (ein gebürtiger Weidener), am Montagvormittag "exzellente" Vorstellungen in eigener Sache abgeliefert. Bei der Pressekonferenz am Nachmittag nannte Senatsvorsitzender Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Müller die beiden Bewerber "zwei hochkarätige Persönlichkeiten". Die neue Präsidentin Andrea Klug sieht die OTH weiter in der Rolle als "Impulsgeber und Innovator für die Region". Sie will die künftige Strategie "im Team erarbeiten" - in enger Verbundenheit mit der Hochschule Regensburg als Kooperationspartner. Ihr Amt als Vizepräsidentin des Deutschen Studentenwerks möchte Klug beibehalten und sich im Dezember zur Wiederwahl stellen. Die Verantwortungsträger der OTH zollten ihr höchste Wertschätzung. Hochschulratsvorsitzender Christian Engel freute sich über diesen "einmaligen Super-Moment", Senatsvorsitzender Müller würdigte ihre integrative Kraft und Vizepräsident Reiner Anselstetter ihre Hartnäckigkeit und Gründlichkeit: "Unsere Hochschule ist bei Andrea Klug in sehr guten Händen."

Im Hinblick auf eine "noch stärkere Fokussierung bei der Qualität der Lehre, der Internationalisierung sowie des Forschungs- und Technologietransfers" sollen künftig drei statt bisher zwei Vizepräsidenten an der Spitze der OTH Amberg-Weiden wirken. Daneben stehen weitere wichtige Personalentscheidungen an: Nach 14 Jahren im Amt kandidiert Ulrich Müller nicht mehr als Senatsvorsitzender ("neue Köpfe tun solchen Funktionen gut"); die Tätigkeit von Christian Engel als Hochschulratsvorsitzender ist auf zwei Perioden begrenzt. Für den Unternehmer bedeutete die akademische Verantwortung eine persönliche Bereicherung: Nämlich, dass Willensbildungs-Prozesse an der OTH konsensfähig sein müssen, denn "im Unternehmen habe ich letztendlich allein das Sagen".

Staatsanwältin und Richterin

Die promovierte Juristin Andrea Klug (geboren in Trausnitz, Abitur in Nabburg) arbeitete zunächst als Staatsanwältin und Richterin, bevor sie 2000 mit der Berufung an die damalige Fachhochschule Amberg-Weiden die akademische Laufbahn einschlug. Sie lehrt Rechtsschutz und Wirtschaftsprivatrecht. Sie ist vorerst auf sechs Jahre gewählt.
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