Koalition will Bedarf besser planbar machen - Ärztetag: Einblick in Krankenakte
Mehr Mediziner aufs Land

Frank Ulrich Montgomery bleibt Präsident der Bundesärztekammer, erhielt aber einen Dämpfer bei der Wiederwahl. Bild: dpa
Die Koalitionsfraktionen wollen zur besseren Planung des regionalen Ärztebedarfs die Niederlassungsbezirke deutlich verkleinern. In kleineren Bezirken lasse sich besser feststellen, ob eine Über- oder Unterversorgung an Ärzten besteht, erläuterte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach. Bisher kann es durchaus vorkommen, dass es in grundsätzlich überversorgten Gebieten unterversorgte Bereiche gibt. Im Gespräch sind nun kleinere Bezirke von 100 000 bis 300 000 Einwohnern. Zugleich solle eine veränderte Nachfolgeregelung bei freiwerdenden Arztpraxen in beliebten, aber überversorgten Gebieten Anreize schaffen, junge Ärzte zumindest vorübergehend für eine Praxis auf dem Land zu gewinnen. Wenn sich ein Arzt künftig für fünf Jahre in einem unterversorgten Gebiet niederlässt, hat er anschließend dieselbe Möglichkeit zur Übernahme einer Praxis in einem überversorgten Bezirk.

Die Ärzte wollen unterdessen Patienten auf Verlangen Einsicht in deren komplette Krankenakte geben. Der Deutsche Ärztetag beschloss nach Angaben der Bundesärztekammer am Donnerstag in Frankfurt eine entsprechende Änderung der Berufsordnung. Bislang konnten Mediziner laut der Verordnung ihren Patienten jene Teile der Akte vorenthalten, in denen sie ihre subjektiven Eindrücke notiert hatten. Zum Präsidenten der Bundesärztekammer wurde erneut Frank Ulrich Montgomery gewählt. Für den 62-jährigen Radiologen stimmten jedoch nur 161 von 230 Delegierten - und damit lediglich 70 Prozent. (Seite 8)
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