Königin zieht mit ihrem Volk um

In ausreichend Abstand erlebten (von links) Matthias Rembold, Hannah Dierl, Margit Kirzinger, Gertie Kreuzer, Hans Strehl, Kerstin Wilka-Dierl und Franz Rembold den Umzug der Patenvölker durch Imker Josef Kick in die extra geschaffenen Bienenstände. Bild: fjo

Die Marktgemeinde wird künftig bei besonderen Anlässen mit dem "Waidhauser Gemeindehonig" als Geschenk aufwarten. Bürgermeisterin Margit Kirzinger spielt dabei eine ganz besondere Rolle.

Vor 40 Jahren feierte der Imkerverein Waidhaus und Umgebung sein 40-jähriges Bestehen. Man verband damit die Einweihung einer "Belegstelle" im Ortsteil Reinhardsrieth. Nur mit Mühe hielt sich diese Belegstelle in der Folgezeit knapp zehn Jahre. Der komplett aus Holz errichtete Bienenstand inmitten einer Waldflur an einer der höchsten Stellen in der Marktgemeinde Waidhaus verlor seine Bedeutung. Das Interesse der Imker ließ nach. Die Euphorie des Aufbaus von Bienenvölkern mit Reinzuchtköniginnen schwand von Jahr zu Jahr. Zumal in jenen Jahren die Bestände von der als "stechlustig" bezeichneten schwarzen Landbiene hin zur sogenannten "Carnica-Rasse" wandelten.

Dank an die Förster

Nach einem Dornröschenschlaf führte Josef Kick das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Nutzung zu. Sein Dank gilt der Bayerischen Staatsforsten mit den Förstern Maria Herwig und Thomas Parton für die Zurverfügungstellung des Grundstücks und der Wege. Am Donnerstagabend nun gab es hier eine ganz besondere Geburtsstunde. Der Name "Margit" stand in großen Buchstaben auf einer leeren Holzkiste - und neben dem Namenszug fand sich das Waidhauser Marktwappen. Die kleine Gruppe, die sich zu Fuß auf den Weg in das Waldgebiet gemacht hatte, erlebte hautnah den Umzug eines kleinen Bienenvolks mitsamt Königin in das neue Domizil.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger übernahm die Patenschaft für den aus rund 20 000 Bienen bestehenden Schwarm. Er bildet den Grundstock für die neue Marke des "Waidhauser Gemeindehonigs", der im nächsten Jahr erstmals erwartet wird. "Da ist eine Super-Bienenkönigin drin, die ich mit der Farbe Rot und der Nummer 1 markiert habe", scherzte Kick.

Noch gewährt Kick diesem außergewöhnlichen Stock Asyl inmitten seiner vieler weiteren Bienenvölker, bevor der Umzug in den künftigen "Lernort Biene" im Waidhauser Kreuzbergareal angepeilt ist. Dort ist übers Jahr eine große Parkanlage mit Gärten und Blumenwiesen geplant, deren Ausrichtung ganz auf die Bienen abzielt (wir berichteten).

Festschrift als Geschenk

Um die Bedeutung der Stockgründung am Donnerstagabend zu untermauern, hatte Kick Festschriften von damals als Präsente mitgebracht. Die Planer des neuen Parkareals, Franz und Matthias Rembold aus Windpaißing bei Nabburg, waren ebenso gekommen wie Experte Hans Strehl aus Edelsfeld. Strehl war lange Jahre Vorsitzender der Bayerischen Imkervereinigung und führt immer noch die Imker in Edelsfeld an.

Kirzingers Patenvolk erhielt noch ein zweites hinzu. Tochter Hannah von Projektleiterin Kerstin Wilka-Dierl hatte ihren Bienenkasten in bunten Farben bemalt. Beide Patenvölker dürften bis zum Juni 2016 auf jeweils etwa 60 000 Bienen anwachsen und sich dann über je vier Kästen voller Waben erstrecken. Der "Gemeindehonig" soll zunächst ausschließlich als Präsent der Marktgemeinde zu besonderen Anlässen Verwendung finden, bemerkte die stellvertretende Landrätin - bevor die bunt gemischte Gruppe durch die herrlich duftende Landschaft wieder zurückwanderte.
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