Komplott aus Habgier

Sie muss hinter Gitter, weil sie an einem Mordkomplott gegen eine 21-jährige Berliner Pferdewirtin beteiligt gewesen sein soll. Neben der Angeklagten Tanja L. (29) verurteilte das Landgericht in Berlin weitere drei Menschen zu lebenslanger Haft. Bild: dpa

Es ging um Millionen aus Versicherungspolicen und einen perfiden Plan. Eine junge Berlinerin wurde ermordet. Nun hat das Gericht fünf Täter verurteilt. Für vier von ihnen gab es "lebenslänglich".

Nach dem aufsehenerregenden Mord an einer jungen Berliner Pferdewirtin vor rund zweieinhalb Jahren hat das Landgericht in der Hauptstadt vier Täter zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine fünfte Beteiligte muss für 14 Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Laut Urteil war es ein Mordkomplott aus Habgier und Heimtücke, um an knapp 2,5 Millionen Euro aus Lebensversicherungen des Opfers zu kommen. Das Gericht sprach am Donnerstag von einer "abscheulichen Tat auf sittlich niedrigster Stufe". Die arglose Pferdewirtin (21) wurde im Juni 2012 auf einem Parkplatz im ländlichen Berliner Ortsteil Lübars hinterrücks erdrosselt, nachdem sie zuvor zwei Mordversuche überlebt hatte.

Schulden tilgen

Das Gericht war in seinem Urteil überzeugt, dass der Springreiter und Ex-Freund (26) der Getöteten sowie seine Mutter (57) Drahtzieher des heimtückischen Anschlags waren. Sie hätten den Plan gefasst, "das Leben der jungen Frau auf hohe Summen zu versichern und sie dann zu töten", hieß es im Urteil. Mutter und Sohn wollten demnach so ihre Schulden loswerden und sich den Traum vom eigenen Pferdehof erfüllen. Der Vorsitzende Richter Ralph Ehestädt sagte zu dem Springreiter: "Sie sind Redner, Intrigant, Sie legen nicht selber Hand an."

Die 57-Jährige und ihr Sohn wurden wegen Mordes und Mordversuchs verurteilt. Bei ihnen wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt, so dass sie nicht nach 15 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen werden können. Ein 24-jähriger Pizzabote aus Dortmund, der die Pferdewirtin erdrosselte, bekam ebenfalls lebenslänglich wegen Mordes. Er wurde für die Tat angeheuert und soll dafür 500 Euro bekommen haben. Ein 25-Jähriger, auch aus Dortmund, wurde wegen Anstiftung zum Mord verurteilt, eine 29-jährige, die als einzige eine Tatbeteiligung eingeräumt hatte, ebenfalls.
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