Kosten für Flüchtlinge verdoppeln sich - Keine Entwarnung vom Bundesamt
Seehofer fordert Bundeshilfe

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sorgt sich um den Landeshaushalt. Bild: dpa
Auf die 16 Bundesländer rollt eine Kostenlawine für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen zu. Die Ausgaben für Asylbewerber werden sich dieses Jahr voraussichtlich mehr als verdoppeln - von etwa 2,2 Milliarden Euro 2014 auf nun mindestens 5 Milliarden Euro. Das ergab eine Umfrage bei allen Landesregierungen. Daher wächst der Druck auf den Bund, Länder und Kommunen stärker finanziell zu unterstützen.

Ministerpräsident Horst Seehofer fordert mehr Geld vom Bund. "Wir brauchen massive zusätzliche Hilfen", sagte er der "Welt am Sonntag". In diesem Jahr fließe eine Milliarde Euro an die Länder. "Für die folgenden Jahre wäre mindestens eine Verdoppelung der Mittel geboten." Zunehmend erschöpft sind die Unterbringungskapazitäten. In Städten aber auch in kleineren Kommunen werden provisorische Zeltstädte aufgebaut, um überfüllte Erstaufnahmeeinrichtungen zu entlasten. Hilfe könnte vor der Bundeswehr kommen. "Die Bundeswehr prüft gerade, in welcher Form sie logistische Unterstützung leisten kann", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Bisher habe man deutschlandweit acht Kasernen mit einer Kapazität für 3500 Menschen bereitgestellt.

Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, sagt: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Flüchtlingszahlen aus den Kriegsgebieten in den nächsten Jahren hoch bleiben werden." (Kommentar, Seite 5 und 8)
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