Kostenlos, aber nicht umsonst

Bürgermeister Josef Schmidkonz bedankte sich bei Werner Schönfelder, dem Chef der Tirschenreuther Polizeiinspektion, dessen Stellvertreter Hermann Weiß und Kriminalhauptmeister Dieter Melzner für den interessanten Vortrag "Sicher wohnen". Jeder bekam Tipps, die er zu Hause umsetzen kann, um sich selbst besser zu schützen. Bilder: wg (2)

Die Polizei stellt nicht nur Verbrechern nach. Mit wichtigen Informationen zum Eigentumsschutz sollen die Bürger in der Lage sein, den Tätern das Leben schwer zu machen.

Gerade die Grenzgemeinden sind besonders betroffen von Einbrüchen und Diebstählen. Aus diesem Grund bietet die Polizei den Bürgern wichtige Informationen an, wie sie sich besser schützen können. Die Informationsveranstaltung Gasthof Scharnagl fand dann auch ein entsprechend großes Interesse.

Kriminalhauptmeister Dieter Melzner, Referent des Abends, ist Fachberater für die Bereiche Tirschenreuth, Neustadt und die Stadt Weiden. Bei rund 500 Quadratkilometern hat er viel zu tun. Rund 170 Beratungen hat Melzner heuer durchgeführt. "Die Beratung sind kostenlos, aber nicht umsonst, wenn Einbrecher dadurch draußen bleiben".

Gleich zu Beginn seines Vortrages räumte Melzner mit Vorurteilen auf, etwa "Bei mir ist nichts zu holen". "Es wird auch wegen 5 oder 20 Euro eingebrochen", wusste Melzner, vor allem da, wo Einbrecher keine Angst haben erwischt zu werden (Schulen, Kindergärten, Firmen, wo am Wochenende keiner mehr da ist). Auch stimme es nicht mehr, dass Einbrecher nur nachts vorgehen. Es gebe ganze Siedlungen, wo tagsüber kein Mensch zu Hause ist.

Laut schreien

Bei seinen Ratschlägen stellte der Experte natürlich vornean, Alarm zu schlagen, um den Einbrecher zu verjagen. Am besten sei es, laut zu schreien, Licht zu machen - und das Telefon neben dem Bett zu haben. "Ein Einbrecher will nicht erwischt werden. Bei Einbruch bekommt er vielleicht sechs Monate auf Bewährung, wenn es zu einer Rauferei kommt, drei bis fünf Jahre ohne Bewährung."

Dieter Melzner zählte Möglichkeiten zum Einbruchschutz auf. Zum einen die aufmerksame Nachbarschaft, die meldet, wenn draußen jemand herumschleicht. "Wir kümmern uns darum und werden das kontrollieren. Wir nehmen das sehr ernst." Oft gebe es eine einfache Erklärung, oft aber auch nicht.

Gartengestaltung sei ein wichtiger Punkt - je einsehbarer ein Garten ist, desto eher sehen Nachbarn, wenn einer herumläuft, der nicht hin gehört. Eine Wertsachenliste (mit Beschreibung, Foto und Zertifikaten oder Belegen) sollte erstellt werden. Die Liste sollte nicht nur im Computer sein, sondern auch ausgedruckt werden (falls der Einbrecher den PC mitnimmt oder ein Blitzeinschlag alles zerstört). Es gibt verschiedene einfache Sicherungen: Schlüssel nicht stecken lassen; Haustür nicht nur zuziehen, sondern immer abschließen; Ersatzschlüssel nicht vor der Tür deponieren; Fenster nicht kippen, sondern schließen; wichtige Dinge in einen Tresor legen. Gekippte Fenster seien offene Fenster. Es gibt sowohl Einbruchsschutz bei Türen als auch bei Fenstern, etwa mit durchbruchhemmenden Scheiben, informierte Melzner. Bewegungsmelder vor der Tür könnten abschrecken.

Fenstergitter nachrüsten

Bei Einfamilienhäusern empfahl Melzner aufschraubbare Zusatzsicherungen, die abschließbar sein sollten, das Nachrüsten von Falzbeschlägen, aber auch Fenstergitter (z.B. Toiletten, Keller, aber keinesfalls in Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer) oder einbruchhemmende Rollos. Kellerfenster und Lichtschächte können mit einfacher Mechanik (wie Teleskopstange) gesichert werden.

Zudem gebe es verschiedene Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, die am besten auf ein Sicherheitscallcenter aufgeschaltet werden sollten. Auch Rauch- und Brandmelder können über die Einbruchmeldeanlage aufgeschaltet werden. "Hunde sind kein Ersatz für Alarmanlagen, auch wenn sie viele Einbrecher durch ihr Bellen verschrecken", betonte der Referent.
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