Kräuterexpertin Sigrid Fischer stellt die "Petersilie" vor
Eher Heil- als Würzkraut

Schnaittenbach. (ads) Kräuterführerin Sigrid Fischer stellt heute das Heil- und Küchenkraut "Petersilie" vor. Im Mittelalter sei laut Fischer die Petersilie zuerst als Heilkraut in Klostergärten angebaut worden. In der heutigen Zeit sei sie bei uns mehr als Küchenkraut oder zur Dekoration bekannt. Man finde nach ihren Aussagen Petersilie auch ausgewildert.

Da die Verwechslungsgefahr aber mit dem giftigen Doldenblütler "Hundspetersilie" bestehe, sollte man auf die Gartenformen zurückgreifen. Die krausblättrige Petersilie sei sehr dekorativ, habe aber weniger Aroma als die glatte Petersilie. Fischer weist darauf hin, dass die Petersilie vitalstoffreicher sei als ein Multivitaminpräparat und meist der Gesundheit nützlicher sei als die Speise, die sie als Dekoration ziere.

Lange Keimdauer

"Der Volksglaube sagt, wenn man Petersilie sät, muss sie erst nach Rom reisen, um sich zum Aufgehen die Erlaubnis von Petrus zu holen. Es liegt wohl daran, dass man so lange warten muss, bis nach der Saat, die ersten Blätter zu sehen sind", informiert die Kräuterführerin. Selten sei nach ihren Aussagen bei einem Heilkraut das Gute, die (Apostel), sowie das Böse, der (Teufel), so nah nebeneinander genannt. Es heiße, wenn man die Petersilie an Karfreitag säe, hätte das Böse keine Macht über einen und sie würde schneller erscheinen. Durch die lange Keimdauer befürchtete man auch im Mittelalter, dass sie Unglück bringe, ließ Fischer wissen.

Die Eigenschaften der Petersilie seien laut Kräuterführerin vielseitig: Petersilie enthält Beta-Karotin; dadurch werden aggressive Substanzen im Körper neutralisiert. Unter Petersilie schlägt der Puls langsamer und der Blutdruck sinkt. Bei Magen- und Darmgeschwüren sollte Petersilie nicht verzehrt werden. Auch schwangere Frauen sollten nur geringe Mengen verzehren. Sie ist reich an Chlorophyll. Sie kann damit unser Blut reinigen und neues Blut bilden. Die Nieren und Leber bei der Entgiftung unterstützen.

"In der Volksheilkunde ist Petersilie eher ein Heil- als ein Würzkraut", betont Sigrid Fischer und fährt fort: "100 Gramm frische Petersilie enthalten annähernd 100 mg Vitamin C. Ein gutes Mittel bei Blasenerkrankungen, Nierenbeschwerden, Wassersucht und Blähungen ist ein Wurzel- und Blättertee. Bei allen Stoffwechselleiden, bei Rheuma und Gicht sowie bei Überfunktion der Schilddrüse griff man früher auf den Tee zurück. Petersilien-Tee verwendet man heute, wenn die Harnwege gründlich durchspült werden sollen und wenn man die Harnausscheidung anregen will."

Ganz bekannt ist der Herzwein nach Hildegard von Bingen. Herzstärkend und entwässernd wirkt dieses beliebte Mittel der Hildegardmedizin. Man benötigt laut dem ersten Übersetzer der Rezepte Hildegard, Dr. Hertzka, sieben bis zehn Stängel Petersilie, ein Viertel Kilogramm Honig, etwas Weinessig und ein Liter Weiß- oder Rotwein.

Petersilie mit dem Wein und einigen Esslöffeln Essig eine Viertel Stunde sprudelnd kochen lassen. Den Honig hinzufügen und nochmals erhitzen. Durch ein Sieb gießen, abfüllen und zur Herzstärkung und besseren Entwässerung ein bis zwei kleine Likörgläschen pro Tag trinken.

Petersilie passt immer - zum Frühstück, Mittagessen und zum Abendbrot. Eine hervorragende Art, Petersilie in Kombination mit Früchten in den Speiseplan einzubauen sind Smoothies, die wegen ihres hohen Nährstoff- und Vitalstoffgehalts sogar eine gewöhnliche Mahlzeit ersetzen können.

Smoothie-Rezepte

Frühstücks-Smoothie 1 ½ Tassen Wassermelone (mit Kernen), ¼ Tasse Petersilie, ½ Tasse Wasser und ein wenig Stevia im Mixer pürieren. Dies ist ein köstlicher und nahrhafter Drink, der als "Harry Potters Zaubertrank" sogar Kinder begeistert.

Mittags-Smoothie Eine Tasse Beeren (Heidel- oder Erdbeeren), eine Banane, ¼ Tasse Petersilie, ½ Tasse Wasser und ein wenig Stevia im Mixer pürieren.

Abend-Drink Drei Äpfel und ½ Tasse Petersilie oder vier Karotten, ½ Apfel und ½ Tasse Petersilie im Mixer pürieren. Mit etwas Zitronensaft wird der Drink noch prickelnder.

Selbstverständlich kann man auch viele andere Früchte gemeinsam mit der Petersilie mixen und statt Stevia ein anderes gesundes Süßungsmittel verwenden.
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