Kultur- und Einkaufsnacht bietet Spektakel für die Augen
Theater der Träume

Bild: Wilck
Weiden. Orientalischer Tanz genauso wie Zoigl, Musik, bestes Wetter und Sonderangebote: "Weiden träumt" präsentiert sich den Besuchern von der besten Seite. Da macht es auch nichts, dass sich manche in der Nacht böse Schrammen holen.

Au weia, das geht ja gut los. Die Haut klafft auseinander, verkrustetes Blut. Eine Fleischwunde. Mindestens. Welch Glück, dass der derart versehrte Bub das Malheur an seinem Unterarm mit verwegenem Gleichmut hinnimmt. Es sogar mit einigem Stolz betrachtet. Andere, die noch nicht an der Reihe waren, schwelgen in Vorfreude. "Ich werd dann jetzt noch Unfallopfer", verkündet eine junge Frau.

Die Gelegenheit, sich bei "Weiden träumt" anständig entstellen zu lassen, gibt es am Freitagabend in der Schulgasse. Dort hat das Landestheater einen kleinen Pavillon aufgebaut, in dem eine Maskenbildnerin Besuchern die schaurigsten Verletzungen aufträgt. Außerdem rezitieren Schauspieler Texte und verlosen Freikarten.

Rappelvoll - das war mal wieder die Innenstadt bei "Weiden träumt". Aber auch das abwechslungsreiche Programm platzte aus allen Nähten. Und so feierten die Besucher am Freitag bei Traumwetter bis tief in die Nacht hinein. Bilder von Karin Wilck



Es ist dies natürlich nicht das einzige Spektakel für die Augen bei der Kultur- und Einkaufsnacht, die nicht nur mit einem weitgefächerten Programm, sondern auch mit Traumwetter aufwartet. Weshalb sich Bürgermeister Lothar Höher auch kaum zu weit aus dem Fenster lehnt, wenn er bei der Eröffnung verkündet: "Von den ganzen Festen, die wir in Weiden haben, ist das mein liebstes." Aus dem, was in den Stunden danach an Andrang folgt, lässt sich jedenfalls schließen, dass es viele ähnlich sehen. Sie müssen sich dafür ja auch nicht alle Wunden verpassen lassen.

Andernorts wäre das sogar kontraproduktiv, weil das Blut all das schöne Weiß versudeln würde. Das gilt vor allem in der Postgasse, wo "TUI" und Maßschneider Andreas Moller eine Bar aufgestellt haben und alles einfarbig halten. Eine "Nacht in Weiß" feiern sie dort.

Noch so was fürs Auge liefert außerdem der Macerata-Platz. Baubedingt. Weshalb die "Sunnyboys", die vor den Hertie-Ruinen das Universum der Stimmungsmusik durchpflügen und die Leute zum Tanzen bringen, einen Hauch von "Einstürzende Neubauten" versprühen. Auch sonst gibt es die wildesten Mischungen: Hip-Hop im City-Center neben Zoigl, Samba, einen Flohmarkt und mal laute, mal leise Töne von überwiegend jungen Musikern allerorten. Selbst ein Dudelsack ist zu hören, weil Delicado" einen schottischen Abend ausgerufen hat. Was klischeehaft passt, da viele Geschäfte Geizhälse mit Sparangeboten locken.

Dass sie Erfolg damit haben, bestätigt in einer ersten Bilanz Andrea Schild-Janker. Die Geschäftsführerin des veranstaltenden Stadtmarketingvereins "Pro Weiden" hat sich bei den Händlern stichprobenartig umgehört. Fazit: "Sehr zufrieden." Auch in den Seitengassen sei viel los gewesen.

Ähnlich gut erging es den Gastronomen. "Sie waren zum großen Teil ausverkauft." Ausgezahlt habe sich schließlich auch noch das erneut verbesserte Sicherheitskonzept. Schild-Janker jedenfalls weiß von keinerlei Vorfällen. Von den Verletzten beim Landestheater mal abgesehen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.