Kultursaal und ein wenig Kirche

Die Wände und Decke der Wenzelskirche erstrahlen bereits in neuem Glanz. Durch den Einbau stilechter Fenster und wertvoller Holztüren erhielt das Gebäude seine Würde zurück. Bild: fjo

Kino, Heuschober und Sportheim - die ehemalige Wenzelskirche in Roßhaupt hat schon viel durchgemacht. Nun hat das Gebäude eine umfassende Sanierung erfahren.

Das Bistum Pilsen schenkte es der Gemeinde, um eine künftige Nutzung als Kultursaal zu ermöglichen. Aber auch für Gottesdienste soll die einstige Ruine weiterhin zur Verfügung stehen. Umfassend fiel die Restaurierung aus, die sich über viele Jahre hinzog und nun im Hauptteil ihren Abschluss fand.

Heu, Stroh und Getreide

Der Saalbau ist kaum wieder zu erkennen. Nun verfüge die Waidhauser Partnergemeinde über ein passendes Objekt für Kulturveranstaltungen, sagte Bürgermeister Borivoij Vrabec: "Diese Kirche hatte bislang kaum ein fröhliches Schicksal." Fertiggestellt 1816, diente sie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges lediglich drei Pfarrern als Gotteshaus. Heu, Stroh und Getreide lagerten anschließend darin. Später folgten immer kurzfristig Nutzungen zu unterschiedlichen Zwecken, bis der fortschreitende Verfall zur Ruine ein gänzliches Abriegeln erzwang. Erst 2008 verdichteten sich die Wünsche zu einer Renovierung.

Viele Spenden

Nach der Rückgabe an die Katholische Kirche startete das Projekt durch das Anschieben der Gemeinde Rozvadov. Eine finanzielle Beteiligung über all die Jahre gab es durch verschiedene Seiten. Aus Waidhaus kam diese nicht nur von der Pfarrgemeinde und dem Marktrat. Nicht zu vergessen sind die ehemaligen Bewohner, die große Beträge spendeten oder beispielsweise Graf Kolowrat.

Letztlich ermöglichte eine EU-Förderung das Voranschreiten der Maßnahme, zu der auch die Gestaltung der Zufahrt und des Umgriffs der Kirche zählten. "Die Renovierung zog sich dennoch ohne Aussicht auf ein baldiges Ende Monat für Monat hin, obwohl wir über drei Jahre hinweg große Summen zur Verfügung stellten", erklärt Bürgermeister Vrabec. "Heuer hatte die Gemeinde deshalb mit Nachdruck verlangt, dass die Kirche im Grundbuch als Eigentum der politischen Gemeinde eingetragen wird. Das Bistum Pilsen genehmigte diesen Vollzug."

Eine mögliche Nutzung für pastorale Zwecke sei als einzige Bedingung vereinbart worden. Bisher habe die Gemeinde 80 000 Euro investiert, erwarte aber weiter Ausgaben, da die Arbeiten an der Kirche immer noch nicht zu Ende sind. "Ich bin davon überzeugt, dass dieser Schritt wichtig war, weil wir dadurch nicht nur ein kulturelles Denkmal erhalten", zeigt sich der Rathauschef stolz.

Die Ortsbetreuer, Helga und Heribert Kett aus Vohenstrauß möchten sich wieder für eine kirchliche Nutzung stark machen. Inventar lagert noch im Ortsteil Sankt Katerina, welches zurückgeführt werden könnte. Auch in Waidhaus gibt es Bestrebungen, dieses Ansinnen nicht nur ideell zu unterstützen.
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