Landessynode der evangelischen Kirche
Flüchtlingshilfe im Zentrum

Der vor zwei Wochen zum neuen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland gewählte Bedford-Strohm lehnte in seiner Rede die organisierte Sterbehilfe ab. Bild: dpa
Regensburg. (dpa/lby) Die Lösung der Flüchtlingsproblematik hat die Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern in den Mittelpunkt ihrer Herbsttagung gerückt. Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm forderte einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und eine stärkere Unterstützung der Staatsregierung.

«Die vielen ehrenamtlichen Helfer der Kirchen brauchen professionelle Hilfe, damit sie mit den schwierigen Rechtsfragen nicht alleinegelassen werden», sagte Bedford-Strohm am Montag zu Beginn Herbsttagung der evangelischen Landessynode in Regensburg.

«Es ist unsere Christenpflicht und unsere Menschenpflicht, den Verfolgten, die zu uns kommen, nach Kräften beizustehen und Asyl zu gewähren,» sagte die Präsidentin der Landessynode, Annekathrin Preidel. Noch wichtiger sei jedoch die Integration in Wohnungs-, Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. «Es muss nicht gleich das Gelobte Land, aber doch ein Land sein, das menschenwürdige Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet», betonte Preidel.

Das evangelische Kirchenparlament tagt in der Domstadt noch bis zum Donnerstag. Im Mittelpunkt steht die Verabschiedung des Haushaltes 2015. Der Plan sieht Erträge von gut 856 Millionen Euro und Ausgaben von 855 Millionen Euro vor. Außerdem wollen die 108 Synodalen eine Reihe von Kirchengesetzen beschließen, unter anderem zur Arbeitsrechtsregelung. Zudem diskutieren die Synodalen über die Sterbehilfe.

Der vor zwei Wochen zum neuen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland gewählte Bedford-Strohm lehnte in seiner Rede die organisierte Sterbehilfe ab. Die Gefahr sei zu groß, «dass die Selbsttötung auf stillem Wege zur Problemlösung wird». «Ich möchte, dass jeder Mensch in Deutschland weiß, dass er sich jetzt und in der Zukunft nie dafür rechtfertigen muss, dass er noch lebt», betonte Bedford-Strohm. Er plädierte für eine flächendeckende Palliativmedizin, damit sterbende Menschen am Ende des Lebens keine Schmerzen haben müssen.
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