Landtagsabgeordnete Ruth Müller referiert beim SPD-Frauenfrühstück
Pflege zu Hause leichter machen

Altenstadt/WN. (spz) Wenn Pflegebedürftige zu Hause von ihren Angehörigen versorgt werden, besteht Klärungsbedarf zu vielen Fragen. Diese betreffen beispielsweise die berufliche Freistellung, Ansprechpartner und finanzielle Ansprüche. Daher hatte Landtagsabgeordnete Annette Karl ihre Kollegin Ruth Müller als Gastrednerin zum SPD-Frauenfrühstück eingeladen, um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.

Über 60 Frauen nahmen die Gelegenheit war, um sich über diese Themen zu informieren. Müller erklärte, sie kenne die Situation von pflegenden Angehörigen aus eigener Erfahrung und bringe dieses Wissen im Landtagsausschuss für Gesundheit und Pflege ein. Wichtigstes Ziel seien die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Sorgearbeit.

Aus ihrer Sicht wäre es beim neuen Pflegestärkungsgesetz wichtig gewesen, erst einmal den Pflegebedürftigkeitsbegriff neu zu definieren. Hier müsse eine klarere Abgrenzung geschaffen werden. Positiv bewertete die Politikerin, dass die Leistungen für die häusliche Pflege um rund 1,4 Milliarden Euro erhöht werden. Künftig können auch Verhinderungs- und Kurzzeitpflege besser kombiniert werden und die Leistungen für Tages- und Nachtpflege werden ausgebaut. Neu ist zudem, dass bei ambulanten Sachleistungen Tages- und Nachtpflege parallel beansprucht werden können. Außerdem können Demenzkranke mit Pflegestufe 0 künftig Leistungen der Kurzzeitpflege erhalten.

Zuschüsse erhöht

Des Weiteren können niederschwellige Angebote wie die Finanzierung von Alltagsbegleitern oder Haushalts- und Service-Angebote in Anspruch genommen werden. Die Zuschüsse für Umbaumaßnahmen, wie zum Beispiel begehbare Duschen oder Rollstuhl-Rampen wurden erhöht.

Künftig sollen ausländische Berufsabschlüsse im Pflegebereich schneller anerkannt werden. Mittels Dringlichkeitsantrag soll erreicht werden, dass die Staatsregierung mit mehreren Maßnahmen für einen besseren Infektionsschutzes in bayerischen Krankenhäusern sorgt. Wichtig sei auch eine bessere Zahnvorsorge bei Kleinkindern. Ferner solle der Bund die geriatrische Reha besser finanzieren. Der Pflegeausschuss begrüße die Aktion der Gewerkschaft Verdi, die den Fokus auf die Aufwertung der sozialen Berufe lege. Der Dienst am Menschen sei systemrelevant und müsse entsprechend entlohnt werden.
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