Landtagsausschuss will Jägern in Problemrevieren Nachtzielgeräte erlauben
Gegen Wildschweine aufrüsten

Die Genehmigung muss vom Bundeskriminalamt kommen.
Bei der Jagd auf Wildschweine werden Bayerns Jäger wohl bald Nachtzielgeräte einsetzen dürfen. Der Agrarausschuss des Landtags stimmte einem entsprechenden Antrag der CSU zu. Die Staatsregierung wird darin aufgefordert, bei den zuständigen Bundesstellen die Genehmigung für die eigentlich nur bei Polizei und Bundeswehr zugelassenen Geräte einzuholen. Nach dem Beschluss sollen nur besonders geschulte Jäger in Regionen mit einer übergroßen Wildschweinpopulation mit den Geräten auf die Pirsch gehen dürfen.

Die SPD stimmte gegen den Antrag. Sie forderte eine weitergehende Freigabe der Geräte. Innenminister Joachim Herrmann sagte seine Unterstützung zu. "Ich habe da keine Sicherheitsbedenken", erklärte er. Er glaube nicht, dass Jäger Nachtzielgeräte für kriminelle Zwecke missbrauchen könnten. Die CSU-Berichterstatterin im Ausschuss, Gudrun Brendel-Fischer, betonte, man plane weder eine Änderung des Jagdgesetzes noch eine Aufweichung des Waffenrechts. Deshalb werde die Freigabe der Geräte konkreten Beschränkungen unterliegen.

Von deren Einsatz erhoffe sie sich eine effektivere Jagd auf das vor allem in der Landwirtschaft und im Straßenverkehr für massive Schäden sorgende Schwarzwild. Versuche hätten ergeben, dass mit den technischen Hilfsmitteln eine "waidgerechtere Schussabgabe" möglich sei, die Gefährdung für Jäger und Hund verringert werden könne und weniger Nachsuche nötig sei. Vor zu großen Hoffnungen warnte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. "Nachtzielgeräte können in begründeten Fällen zwar einen Beitrag zur Schadensabwehr auf den Feldern leisten, sie sind aber nicht das Allheilmittel, um die Zahl der Wildschweine merklich zu reduzieren."

Nötig sei vielmehr eine engere und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Staatsjagd- und Privatrevieren, um revierübergreifende Drückjagden bei Tage abzuhalten. Der Nachteil von Nachtzielgeräten könne sein, dass sich andere Wildtiere auch nachts nicht mehr auf ihre Äsungsflächen trauten und dadurch im Wald vermehrt Verbissschäden anrichteten. Skeptisch äußerte sich auch der bayerische Jagdverband.
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