Lebenslang für "Maskenmann"

Der Angeklagte Mario K. (links) unterhält sich mit seinem Anwalt Axel Weimann im Verhandlungssaal am Landgericht in Frankfurt (Oder). Bild: dpa

Bei seinen Überfällen trug der Täter eine Imkermaske. Nach Angriffen auf Millionärsfamilien und der Entführung eines Managers sind die Richter sicher, dass der Angeklagte der Täter ist. Beweise haben sie nicht.

Im Indizienprozess um den "Maskenmann" hat der Angeklagte eine lebenslange Haftstrafe bekommen. Die Richter am Landgericht Frankfurt an der Oder sahen es am Freitag als erwiesen an, dass Mario K. zwei Millionärsfamilien bei Berlin überfallen und einen Bankmanager entführt hatte. Sie verurteilten den 47-Jährigen unter anderem wegen versuchten Mordes und erpresserischen Menschenraubs. Die Verteidigung, die Freispruch verlangt hatte, legte noch am selben Tag Revision ein.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn alles bestritten. Eindeutige Beweise gegen den Mann gab es nicht. Der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs betonte, dass die Indizien in ihrer Summe gegen den früheren Dachdecker gesprochen hätten. "All diese Indizien addieren sich zur Gesamtschau und führen uns zur Überzeugung, dass der Angeklagte der Täter dieser drei Taten war."

Wachmann im Rollstuhl

Der vorbestrafte 47-Jährige muss zudem einem Wachmann, den er bei einem Überfall niederschoss, 250 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Mann sitzt seither im Rollstuhl. Das Strafmaß entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Nebenklage hatte zudem Sicherungsverwahrung verlangt. Dem folgte das Gericht nicht. Bei allen Überfällen war der Täter vermummt und trug eine Art Imkermaske, weshalb er als "Maskenmann" bezeichnet wurde. Nach den Worten des Richters kundschaftete der ehemalige Dachdecker südöstlich von Berlin Villengegenden aus. Sein Ziel: Einen Reichen entführen, um Lösegeld zu erpressen. 2012 gelang es dem "Maskenmann", einen Bankmanager in seine Gewalt zu bringen. Das Opfer konnte sich befreien. Bereits im Jahr zuvor hatte der 47-Jährige zweimal Mitglieder einer anderen Millionärsfamilie überfallen. Der Täter knüppelte eine Frau nieder und schoss Monate später auf ihre Tochter. Das Gericht hält es für sehr wahrscheinlich, dass er die junge Frau entführen wollte. Sie konnte flüchten, weil ein Wachmann sie schützte. Der Täter wurde im Herbst 2013 in Berlin festgenommen.

DNA-Abgleich

Noch zuletzt hatte sich der Prozess zugespitzt, weil die Verteidigung einen weiteren Verdächtigen ins Spiel brachte: einen Ex-Polizisten. Das Gericht veranlasste einen DNA-Abgleich, der den Mann entlastete.
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