Lebenszeichen vom Annapurna

Das Foto des Sulzbach-Rosenberger Pfarrers Uwe Markert und seiner Frau entstand am Mittwoch vor der Kulisse des Dhaulagiri. Dieser ist mit 8167 Metern der siebthöchste Berg der Erde. Bild: privat

Was am Ende seiner Trekking-Tour in Nepal auf den Sulzbach-Rosenberger Pfarrer Uwe Markert und seine Frau wartet, wissen sie nicht. Seine Sorge gilt den Menschen im Land. Vom Himalaya erreichte unsere Zeitung nicht nur sein Bericht, sondern auch die Bitte um Spenden für die Erdbebenopfer.

Von den verheerenden Folgen des Erdbebens in Nepal haben Uwe Markert und seine Frau erst erfahren, als sie den 5500 Meter hohen Pass "Thorong La" überwunden hatten. Auf der anderen Seite gab es wieder Empfang für die Telefone - und unzählige besorgte Nachfragen von Freunden aus der Oberpfalz. "Wir waren schockiert über die TV-Nachrichten", schreibt der Pfarrer der evangelischen Gemeinde St. Johannis in Sulzbach-Rosenberg am Mittwoch in einer E-Mail an unsere Zeitung.

Für ihren Bergführer habe es schlechte Nachrichten gegeben. Dessen Haus in seinem Heimatdorf in Gorkha (nahe des Epizentrums) sei zerstört worden, seine Angehörigen seien aber unversehrt geblieben. Markert berichtet, sie haben den Führer nach Hause zu seiner Familie, seiner Frau und seinen vier Kindern, geschickt, "die ihn jetzt mehr braucht, als wir". Schließlich hätten sie ein Buch mit der Routenbeschreibung. Das Endziel, die Stadt Pokhara, wollen sie in einigen Tagen erreichen.

Das Beben überraschte die beiden beim Mittagessen. Sie hatten sich gerade einen Tee eingegossen, berichtet Markert. Sie hätten zunächst an eine Lawine oder einen Felssturz gedacht - und seien aus dem Gebäude gelaufen. Auf der gegenüberliegenden Seite hätten sie nur einige Felsen abstürzen sehen. Markert und seine Frau wandern die Annapurna-Runde, eine mehr als 20 Tage dauernde Bergwanderung im Kathmandu-Tal.

Bitte um Spenden

Markert berichtet, dass sie "unruhig schlafen, weil es immer wieder kleinere Nachbeben" gebe. "Die Einheimischen schlafen draußen in Zelten." Allerdings gebe es in ihrer Region keine Erdrutsche und Felsstürze. Beim Wandern geht der Blick der Sulzbach-Rosenberger dennoch häufiger nach oben und sie planen Fluchtwege. "Was dann in Pokhara auf uns wartet, wissen wir noch nicht. Die Hauptstraße nach Kathmandu scheint wieder hergestellt zu sein, der Flugverkehr normalisiert sich", schreibt Markert zuversichtlich.

Der Führer habe zugesagt, sie am Bus in der Hauptstadt Kathmandu abzuholen, berichtet Markert weiter. Er wolle auch nachsehen, ob das Hotel, in dem die Sulzbach-Rosenberger "einiges Gepäck und elektronische Geräte gelagert hatten", noch steht. Der Seelsorger sorgt sich vor allem um die Opfer des Erdbebens, da er zweifelt, dass die internationale Hilfe im Dorf seines Bergführers ankommt. "Die Menschen hier haben sehr wenig und jeder Euro hilft", schreibt der Pfarrer und bittet um Spenden für Tej, ihren Führer, und seine Familie. Markert will garantieren, "dass das Geld dort ankommt wo es wirklich gebraucht wird". Dazu hat er ein offizielles Spendenkonto über die Kirchengemeinde St. Johannis eingerichtet.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/nepal
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