Lehrerverbände fordern mehr Personal - Großteil des Nachtragshaushaltes für den Bildungsbereich
Task-Force für Flüchtlingskinder an Schulen

Angesichts des hohen Zustroms an jungen Flüchtlingen fordern die bayerischen Lehrerverbände mehr Mittel für den Schulunterricht. "Wir brauchen vor allem mehr Personal, das auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder eingehen kann", sagte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, am Montag in München. Psychologen und Dolmetscher seien ebenso nötig wie Lehrer für Deutsch als Zweitsprache. Der Nachtragshaushalt müsse zum Großteil in den Bildungsbereich fließen, auch der Kultushaushalt müsse für mehr Einstellungen von Lehrern erhöht werden.

Schnell, unkompliziert

Vertreter aller Schularten forderten in einer gemeinsamen Erklärung eine Arbeitsgruppe des Kultusministeriums mit den Lehrerverbänden sowie eine Task-Force aus Fachkräften, die schnell und unkompliziert aushelfen könnte. Hierfür könnten nach Ansicht der Verbände arbeitslose Junglehrer geschult werden. Wie viele Lehrer nötig wären, ist nach Ansicht der Verbände schwer einzuschätzen.

"Es kann nicht sein, dass wir junge Menschen aufnehmen und sie dann nur in die Klasse hineinsetzen, damit sie aufgeräumt sind", sagte die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl), Ursula Lay. Viele Flüchtlingskinder seien traumatisiert, manche hätten noch nie eine Schule besucht.

Die Vorstellung, die Hilfe für Flüchtlinge aus vorhandenen Mitteln zu bestreiten, nannte Lay absurd. Der Bildungsetat sei bereits jetzt unterfinanziert. Auf keinen Fall dürften die Themen Flüchtlinge und Bildung gegeneinander ausgespielt werden. Das würde den sozialen Frieden in Bayern gefährden. Erst am Wochenende hatte das Kultusministerium wegen der hohen Zahl an Flüchtlingen und Asylbewerbern die Prognosen für die Entwicklung der Schülerzahlen kräftig nach oben korrigiert. Die von den Lehrern gewünschte Task-Force wird es nach Auskunft des Kultusministeriums dennoch vorerst nicht geben.

Starker Anstieg

Laut Ministerium gibt es in Bayern 375 Übergangsklassen mit insgesamt 6200 Schülern - zu Schuljahresbeginn im vergangenen September waren es noch 240 Klassen. An den Berufsschulen stieg die Zahl der Klassen für Flüchtlinge und Asylbewerber von 180 auf 260. Im kommenden Schuljahr will das Ministerium mit Hilfe von 147 Lehrerstellen die Zahl der Klassen auf 440 erhöhen.
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